Fussball: FC Basel: Abgang mit Stil
publiziert: Dienstag, 18. Mrz 2003 / 23:15 Uhr

Basel - Mit einem verdienten 2:1-Erfolg gegen den 26-fachen italienischen Champion Juventus Turin verabschiedete sich der FCB stilvoll aus der Champions League. Cantaluppi und Gimenez drehten gegen den zweiten Viertelfinalisten neben ManU einen Rückstand um.

Basels Mario Cantaluppi erzielt das Tor zum 1:1 gegen Juves Torhüter Gianluigi Buffon.
Basels Mario Cantaluppi erzielt das Tor zum 1:1 gegen Juves Torhüter Gianluigi Buffon.
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Die abermals verblüffend starken Basler verabschiedeten sich mit Stil und dank Christian Gimenez´ Siegtreffer in der Schlussminute gar auf grandiose Weise aus dem wichtigsten Klubwettbewerb.

Nach einer frühen Rücklage boten sie ihren über 30 000 Fans eine bemerkenswerte Reaktion und nach Cantaluppis Ausgleich (38.) gar einen letzten Sturmlauf ins späte Glück.

Sieg als Abgang gefordert

Trainer Christian Gross hatte im Vorfeld mehrfach davon gesprochen, wenn nicht mit einer Viertelfinal-Qualifikation, dann doch mindestens mit einem Sieg abtreten zu wollen. Die Spieler erfüllten sich und ihrem Coach den Wunsch mit dem ersten, am Ende klar verdienten Erfolg gegen ein Team der Serie A.

Der Blick auf die Tabelle lässt den stolze Brust der Basler wohl ein weiteres Mal anschwellen: Nur ManU lag ausser Reichweite. Juve und La Coruna sind punktegleich mit den Schweizern.

Wunder blieb aus

Das Wunder eines Vorstosses unter die besten acht Klubs Europas war längst entrückt, die Leidenschaft hingegen verloren die Bebbi nie. Mit ihrem beherzten Schlussansturm gelang es ihnen gar, die zuvor lange stilsichere, letztlich nur noch genügsame "Vecchia Signora" zu Fall zu bringen.

Minuten vor seinem krönenden Schlusspunkt hatte Gimenez sie mit einem Schuss an die Lattenunterkante bereits ins Wanken versetzt.

Tacchinardis Führungstreffer

Im Bereich eines Wunders spielten die Basler ihres herrlichen "Schlussstraichs" zum Trotz nur wenige Momente lang. Spätestens nach zehn Minuten war der Rauch der Wunderkerzen der einheimischen Supporter endgültig aus dem Stadion entwichen und der verwegene Gedanke an fabelhafte Vorgänge definitiv eine Illusion.

Alessio Tacchinardi nutzte den von Cantaluppi gewährten Raum und überraschte Pascal Zuberbühler aus rund 25 m Distanz mit einem wunderbaren Schuss in den hohen Winkel.

Mit dem frühen 1:0 raubte Juve den Gastgebern praktisch bei erster Gelegenheit den restlichen Teil der sowieso nur marginalen Chancen. Jedem noch so grossen Optimisten war nun klar, dass sich der Leader der Serie A in Basel nicht einmal im Ansatz auf schiefe Bahnen locken lassen würde.

Der Gegenschlag versetzte den Schweizer Titelhalter zwar nicht gerade in einen lethargischen Zustand. Der mangelnden Präzision und Wucht im Angriff war der frühe Treffer aber gewiss nicht dienlich.

Linie nie verloren

Völlig aus dem Konzept bringen liess sich die Basler vom ungeplanten Start gleichwohl nicht. Sie bemühten sich selbst gegen den prominenten Widersacher in jeder Minute ihr gutes Champions-League-Gesicht zu wahren.

Kurz vor der Halbzeit zahlte sich der erhebliche Aufwand aus, als Mario Cantaluppi eine Vorlage Gimenez´ aus kurzer Distanz am machtlosen Buffon vorbei ins Netz drosch. Am Ende triumphierte sie dank Gimenez gar.

Del Piero mit wenig Raum

Bei resultatmässigem Gleichstand waren es die Basler, die dem Geschehen den Stempel aufdrückten. Daran änderte auch der Eintritt von Alessandro Del Piero knapp zwanzig Minuten vor Schluss nichts. Die Nummer 10 vermochte nach 45-tägiger Verletzungspause (noch) keine Akzente zu setzen.

Im Hinblick auf die wegweisende Auswärtspartie gegen Milan am Samstag wird Juve-Trainer Lippi über den Formstand des Internationalen aber zweifellos einen Eindruck gewonnen haben, musste aber im sechsten Vergleich mit einer NLA-Mannschaft die erste Niederlage zur Kenntnis nehmen.

ManU-Support blieb aus

Über die nicht eingetretene Sensation im "Joggeli" brauchte sich kein Basler zu ärgern. Zur Viertelfinal-Qualifikation hätte gar ein Sieg in x-beliebiger Höhe nicht ausgereicht, weil Manchester den zwingend notwendigen Support nicht zu leisten imstande war.

Alex Ferguson nutzte den unbedeutenden Trip nach La Coruña, um völlig unbekannten Youngsters wie Lee Roche und Mark Lynch, dem gar noch ein Eigentor unterlief, etwas Auslauf zu gewähren, womit der "Sir" die 0:2-Niederlage bewusst in Kauf nahm.

Nur noch NLA von Interesse

Als Nummer 32 war der FCB Ende August in den Kreis der gegenwärtig besten europäischen Teams vorgestossen, ehe der vermeintliche Nonvaleur im exquisiten Zirkel für Furore sorgte und selbst einen Giganten wie Liverpool stürzte.

Monat für Monat blickte der Rest der Fussball-Schweiz gebannt ans Rheinknie. Und die Bebbi rechtfertigten nach 22-jähriger Absenz vom europäischen "Meistercup" den Respekt der nationalen Konkurrenz mit teils grandiosen Auftritten.

Mit dem gelungenen Reifetest gegen Juve folgte der allseits früher erwartete Abschied aus dem Europacup. Die Königsklasse war ein letztes Mal zu Gast, am nächsten Samstag macht GC an selber Stätte die Aufwartung. Um im eigenen Land den Königsstatus behalten zu können, wird das von Europa animierte FCB-Personal ohne Anlaufzeit wieder um die nationale Pflicht kümmern müssen. Sonst erfährt der "Ryy" schon in Kürze eine erste Trübung - womöglich in Blau-Weiss.

Dass Gross selbst auf dem Weg zum prestigeträchtigen 2:0-Sieg gegen Juventus die NLA-Pflichten keineswegs vernachlässigte, verdeutlichten seine Wechsel. Wenige Minuten nach der Pause nahm er Barberis vom Feld, Hakan Yakin und Rossi folgten.

Basel - Juventus Turin 2:1 (1:1)

St.-Jakob-Park. - 30 501 Zuschauer (ausverkauft). - SR Stark (De). - Tore: 10. Tacchinardi 0:1. 38. Cantaluppi 1:1. 92. Gimenez 2:1.

Basel: Zuberbühler; Haas, Murat Yakin, Zwyssig, Atouba; Barberis (57. Huggel), Cantaluppi, Chipperfield; Hakan Yakin (79. Varela); Rossi (72. Tum), Gimenez.

Juventus Turin: Buffon; Thuram (70. Del Piero), Montero, Iuliano, Birindelli; Tudor (46. Pessotto), Tacchinardi; Zenoni, Nedved, Zambrotta; Trezeguet (31. Salas).

Bemerkungen: Basel ohne Ergic und Esposito (beide verletzt); Juventus ohne Davids (gesperrt) sowie Di Vaio und Conte (beide verletzt). 67. Lattenschuss von Gimenez.

Deportivo La Coruña - Manchester United 2:0 (1:0)

1. Manchester United 6 4 1 1 11: 5 13* 2. Juventus Turin 6 2 1 3 11:11 7* 3. Basel 6 2 1 3 5:10 7 4. Deportivo La Coruña 6 2 1 3 7: 8 7° * = für die Viertelfinals qualifiziert ° = aus der CL ausgeschieden

(Si)

(bert/sda)

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