Schnee bis ins Flachland
Tiefdruckgebiet sorgt für Wetterkapriolen
publiziert: Montag, 11. Jan 2016 / 19:49 Uhr
Am Mittwoch wird auch Schnee im Flachland erwartet.
Am Mittwoch wird auch Schnee im Flachland erwartet.

Bern - Schnee, Regen und Wind haben die Schweiz derzeit fest im Griff. In der zweiten Wochenhälfte dürfte der Winter dann auch im Flachland Einzug halten.

4 Meldungen im Zusammenhang
Die aktuelle Störung geht von einem kräftigen Tiefdruckgebiet über der Nordsee aus. Diese führte am Montag zu teils stürmischem Wind und Regenfällen. Lokal, etwa in der Region Bern, entluden sich gar Wintergewitter. Dafür verantwortlich war die kalte Höhenluft, in Kombination mit relativ warmen Temperaturen am Boden, wie es bei MeteoSchweiz auf Anfrage hiess.

Das Wetterphänomen brachte mancherorts auch Graupelschauer und Hagel mit sich. Dieses führt nach Angaben von MeteoNews in der Nacht auf Dienstag zu weiteren Niederschlägen, die Schneefallgrenze sinkt bis am Morgen auf gegen 600 Meter.

Dazu gesellen sich in tiefen und mittleren Lagen teils starke Sturmböen von bis zu 110 Stundenkilometern. Betroffen ist vor allem das Berner Oberland, der Jura sowie die Zentral -und Ostschweiz. Aber auch im Mittelland sind lokal Winde bis 90 Stundenkilometern möglich. Am Montag waren die Winde mit durchschnittlich 50 bis 70 Stundenkilometern noch nicht sehr stark.

Der Winter kommt

In der Nacht auf Mittwoch dürfte es dann noch weiter herunter schneien, wodurch auch im Flachland mit Schnee auf den Strassen zu rechnen ist. Nach einer kurzen Beruhigung am Donnerstag, hält der Winter laut MeteoNews dann in der Nacht auf Freitag definitiv Einzug. Die Meteorologen sagen der Schweiz das erste richtige Winterwochenende voraus.

Bis am Sonntag fallen vor allem in den Bergen grosse Mengen Schnee, besonders im Wallis. Hier soll es noch einmal bis zu einem Meter Neuschnee geben, nachdem es bereits am Wochenende stark geschneit hat. Einzelne Orte erhielten bis zu einem halben Meter.

Durch den Schneefall und die starken Winde ist die Lawinensituation im Kanton kritisch. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos hat die zweithöchste Gefahrenstufe («gross») ausgerufen.

Am Samstag forderte ein Lawinenunglück oberhalb von Ried-Brig zwei Todesopfer. Die beiden Tourenskifahrer aus Italien im Alter von 20 und 24 Jahren konnten zwar aus den Schneemassen geborgen werden, erlagen später allerdings ihren schweren Verletzungen.

Lawinengefahr dürfte weiter steigen

Mit Neuschnee und starkem Wind wachsen die Triebschneeansammlungen gemäss den Experten weiter an. MeteoNews rechnet auf exponierten Gipfeln mit Orkanböen von 120 bis 140 Stundenkilometern. Dadurch könnten spontane Lawinen ausgelöst werden. Skitouren, Variantenabfahrten und Schneeschuhwanderungen erfordern laut dem SLF grosse Vorsicht und Zurückhaltung.

Zwar ist die Situation gemäss SLF-Lawinenforscher Robert Bolognesi derzeit noch nicht aussergewöhnlich, könnte dies aber durchaus noch werden. Entscheidend sei nun die Entwicklung in den kommenden Tagen, sagte Bolognesi gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Etwas weniger angespannt ist die Situation derzeit im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und in Graubünden. Aber auch hier herrscht erhebliche Lawinengefahr. Besonders viel geschneit hat es übers Wochenende im Engadin, wo an einigen Orten zwischen 20 und 30 Zentimeter Neuschnee fielen.

In tieferen Lagen bereitet derzeit vor allem das viele Wasser Sorgen. In der Westschweiz, am Jura, im Berner Oberland sowie im Mittelland besteht laut dem Naturgefahren-Portal des Bundes bei kleinen und mittelgrossen Flüssen Hochwassergefahr. Anhaltende Niederschläge könnten die Gewässer über die Ufer treten lassen.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Winter hat das Flachland erreicht: Am Mittwochmorgen fielen teilweise auch in tiefen Lagen Schneeflocken. In den ... mehr lesen
Die Schneefälle dürften im Verlaufe des Tages wieder nachlassen.
Chur - 22 Bündner Tourismusbetriebe, darunter 10 Bergbahnen, mit insgesamt 259 Beschäftigten haben wegen Schneemangels und ... mehr lesen
Unter den 22 Betrieben mit Kundenausfällen befinden sich 10 Bergbahnen. (Symbolbild)
Das neue Modell berechnet zweimal pro Tag Vorhersagen.
Das neue Modell berechnet zweimal pro Tag ...
Unwetter besser erkennen  Bern - MeteoSchweiz hat nach einer sechsmonatigen Testphase ein neues Wettervorhersagemodell in Betrieb genommen. Dieses berechnet zweimal pro Tag 21 leicht unterschiedliche, aber gleich wahrscheinliche Vorhersagen für die nächsten fünf Tage. 
Niederschläge erwartet  Bern - Die Pegel des Bieler-, des Neuenburger- und des Murtensees werden vorsorglich abgesenkt, um Platz für zu erwartende Niederschläge ...
Die BAFU möchte Platz für die zu erwartenden Niederschläge machen. (Archivbild)
Höchstwerte von 25 Grad erwarten uns.
Am Montag wirds dann wieder frisch  Bern - Der Sommer kommt, aber nur für kurze Zeit: Über das Wochenende gibt es Höchstwerte von 25 Grad, in Föhngregionen sind sogar ...  
Unwetter Hilfe für Flutopfer in Sri Lanka Colombo - In den Überschwemmungsgebieten in Sri Lanka ist ...
Dürren und andere Wetterextreme werden in den kommenden Jahrzehnten deutlich zunehmen. (Symbolbild)
Klimawandel Klimawandel verschärft weltweite Flüchtlingskrise Berlin - Dürren, Überschwemmungen und andere Wetterextreme schlagen weltweit Millionen Menschen in die Flucht - und die Lage wird sich Experten zufolge ...
Überschwemmungen Schwere Unwetter in Sri Lanka Colombo - Wegen der anhaltenden schweren Unwetter in Sri Lanka ...
Mit Biogas betriebene Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) können fluktuierenden Solarstrom kompensieren und Gebäude beheizen.
ETH-Zukunftsblog Ein Schwarm stromproduzierender «Heizungen» für die Energiewende Eine zentrale Herausforderung der Energiewende ist es, die schwankende Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen auszugleichen. Eine ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 14°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig viele Gewitter bewölkt, etwas Regen
Basel 14°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich stark bewölkt, Regen
St. Gallen 15°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 14°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen stark bewölkt, Regen
Luzern 14°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 13°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich stark bewölkt, Regen
Lugano 16°C 23°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten