Ausgangssperren stoppen Krawalle nicht
Paris - Auch nach Reaktivierung eines Notstandstandsgesetzes und Ausgangssperren ist die Jugendgewalt in den französischen Vorstädten weitergegangen. In der 13. Krawallnacht in Folge nahm die Intensität der Unruhen aber spürbar ab.
In Orléans patrouillierten 150 Muslime nach dem Abendgebet, um Jugendliche zum Heimgehen zu bewegen. Wie in Orléans hatten auch die Behörden von Amiens und Savigny-sur-Orge eine nächtliche Ausgangssperre für Jugendliche verhängt.
Notstandsgesetz
Die Regierung in Paris hatte am Dienstag ein Notstandsgesetz reaktiviert, das Ausgehverbote und verschärfte Kontrollen ermöglicht. «Frankreich ist verwundet», hatte Ministerpräsident Dominique de Villepin vor dem Parlament gesagt. «Das ist die Stunde der Wahrheit für die Republik.»
Trotz dieser Verordnung und einer gewissen Ruhe in einigen Krisenregionen, kam es auch zu weiteren Ausschreitungen. So bewarfen dutzende Jugendliche in einem Vorort von Toulouse im Südwesten des Landes Polizisten mit Molotow-Cocktails und Steinen. Rund ein Dutzend Autos wurden in Brand gesetzt.
Sarkozy in Toulouse
In Toulouse befand sich auch Innenminister Nicolas Sarkozy. «Natürlich gibt es Armut und Arbeitslosigkeit», sagte er vor Polizisten in der Stadt. «Viele Menschen in diesen Stadtvierteln leiden. Aber nichts kann solch eine sinnlose, blinde Gewalt, die wir gesehen haben, entschuldigen.»
Autos wurden auch in mehreren belgischen Städten sowie in Köln und Berlin angezündet. Die Behörden in Deutschland vermuten Nachahmungstäter als Urheber.
(lg/sda)





