Fall Sabo wird Kantonsgerichts-Fall
Röschenz BL - Der Streit zwischen dem Basler Bischof Kurt Koch und dem aufmüpfigen Röschenzer Pfarrer Franz Sabo wird im Sommer vor dem Baselbieter Kantonsgericht verhandelt. Koch hat vom Gericht vorgeschlagene Einigungsverhandlungen abgelehnt.
Gerichtspräsident Peter Meier werde deshalb den Fall dem Kantonsgericht zur Beurteilung überweisen. Laut Meier ist das Gericht bis Mitte Juni bereits ausgebucht. Er wolle ja den Kirchenstreit «nicht verschleppen», aber «es gibt dringendere Fälle» - etwa Obhuts-Entzüge von Kindern und dergleichen.
Die Kirchgemeinde hatte im Juni 2006 fristgerecht beim Kantonsgericht Beschwerde eingereicht gegen den Entscheid des Landeskirchenrates der römisch-katholischen Kirche Baselland, Sabo sei zu entlassen. Die Kirchgemeinde hatte Sabo trotz Entzugs der Missio Canonica durch Bischof Koch als Pfarradministrator weiter beschäftigt.
Der Streit geht auf das Jahr 2003 zurück. Damals übte Sabo in einem Zeitungsartikel scharfe Kritik an Bischof Kurt Koch. Im Zuge der Auseinandersetzung stellte sich die Kirchgemeinde Röschenz hinter ihren beliebten Priester. Weitere kritische Äusserungen folgten seither. Sabo selbst will von sich aus Röschenz nicht verlassen.
(smw/sda)





