Manipulationsskandal: «Collina wusste alles»
publiziert: Sonntag, 28. Mai 2006 / 14:29 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 28. Mai 2006 / 15:40 Uhr

Im italienischen Manipulationsskandal wird jetzt auch der Name des früheren Star-Schiedsrichters Pierluigi Collina genannt, der als Garant des sauberen Fussballs galt.

Die AC Milan soll Collina über die Machenschaften des Ex-Managers von Juventus Turin informiert haben.
Die AC Milan soll Collina über die Machenschaften des Ex-Managers von Juventus Turin informiert haben.
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«Collina wusste alles», titelte die «La Gazzetta dello Sport» am Sonntag.

Nach dem Bericht der reputierten Sportzeitung soll die AC Milan Collina über die Machenschaften des Ex-Managers von Juventus Turin, Luciano Moggis, informiert haben. Ausserdem soll Milan versucht haben, Collina einzuspannen, um die Macht Moggis durch eigene Einflussnahme auf Linienrichter einzudämmen.

«Angeberei»

Die neuen Enthüllungen aus Mailand bestätigten am Wochenende Moggis Einfluss auf die Auswahl der Schiedsrichter. Er kannte die Schiedsrichternamen schon vor der Auslosung, erzählte Ex-Juve-Trainer Carlo Ancelotti seinem neuen Arbeitgeber Milan.

In abgehörten Telefongesprächen mit Milans Schiedsrichter-Beauftragten Leonardo Meani habe Collina dies zunächst als «Angeberei» abgetan, hiess es. Moggis Manipulationen und die Rolle seines nun für die WM zurückgezogenen Schiedsrichterkollegen Massimo De Santis müssten dem charismatischen Glatzkopf aber rasch klar geworden sein.

Hartes Durchgreifen versprochen

«Wir werden vor nichts und niemandem Halt machen», versprach der kommissarische Präsident des italienischen Fussballverbands, Guido Rossi, am Wochenende. Unterdessen bemühte sich Nationaltrainer Marcello Lippi seine «Azzurri» trotz der Sorgen um seinen ebenfalls von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Rom betroffenen Sohn Davide auf WM-Kurs zu bringen.

«Innerhalb von drei Wochen werden die Ermittlungen abgeschlossen sein», sagte der neue Chef des Ermittlungsbüros, Francesco Saverio Borelli. Der ehemalige Mailänder Oberstaatsanwalt erwartet die Sportgerichts-Urteile bis zum 20. Juli, so dass Italien bis zur Auslosung der Europacup-Spiele am 27. und 28. Juli noch rechtzeitig seine Mannschaften nominieren kann.

Zwangsabstieg wahrscheinlich

Dass Rekordmeister Juve dann im Lostopf sein wird, glauben immer weniger. Der Zwangsabstieg wird immer wahrscheinlicher. «Juve bereitet sich aufs Schlimmste vor», berichtete die «Gazzetta dello Sport». Die neue Führung um Giampiero Boniperti (77) plane schon den Ausverkauf der Stars.

Nur Captain Alessandro Del Piero habe dem Club auch für die Serie B die Treue geschworen. Trainer Fabio Capello scheint den Fortgang der Ermittlungen abzuwarten, um sich zwischen Real Madrid und Juventus zu entscheiden.

«Moggi war der Hirte und wir die Herde, die frass, was er uns vorsetzte», berichtete Nationaltorhüter Angelo Peruzzi von Moggis Allmacht. «Wir haben sicher eine besondere Situation», gab Nationaltrainer Lippi zu, und verhehlte nicht, dass der Skandal die «Azzurri» in der WM-Vorbereitung störe. «Wir werden dennoch eine grossartige WM spielen», gab sich Lippi zwar optimistisch.

(bert/Si)

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