Erdbeben

Bund will Analyse von Geothermie-Vorfall abwarten

Marianne Zünd, Sprecherin des Bundesamtes für Energie (BFE)

Bern - Der Bund will die Energiewende unter anderem mit Hilfe der Geothermie schaffen: 5 bis 10 Prozent des Strombedarfs sollen künftig damit gedeckt werden. Just diese Technik hat am Samstag in St. Gallen aber unerwartet ein Erdbeben der Stärke 3,6 ausgelöst. Die Arbeiten am Bohrloch wurden vorläufig gestoppt.

7 Meldungen im Zusammenhang
Es sei aber zu früh, von einem Scheitern der Geothermie in der Schweiz zu sprechen, sagte Marianne Zünd, Sprecherin des Bundesamtes (BFE) für Energie, am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Es gilt, die Analyse des Vorfalls abzuwarten. Erst dann können wir Aussagen über mögliche Auswirkungen machen.»

Andere Projekte seien mit jenem in St. Gallen ohnehin kaum vergleichbar. «Die Umstände, wie etwa die Bodenbeschaffenheit, sind überall anders, die ganze Technologie ist noch in Entwicklung. Somit ist jedes Projekt ein Pilotprojekt und es lässt sich nicht von einem auf das andere schliessen», sagte Zünd. Neben dem Projekt in der Ostschweiz ist zurzeit eine weitere Grossanlage in Lavey-les-Bains VD in fortgeschrittenem Stadium.

Ausgerechnet das Projekt in St. Gallen galt allerdings als sicher, das Erdbebenrisiko als gering. Hat man die Gefahren der Geothermie unterschätzt? «Die in St. Gallen angewandte Technik ist wenig risikobehaftet. Die Verantwortlichen mussten offenbar auf einen Gasaustritt reagieren, was das Erdbeben ausgelöst hat», so Zünd.

Energiewende trotzdem möglich

Sollten die Geothermie-Projekte in der Schweiz scheitern, sieht Zünd die Energiewende trotzdem nicht in Gefahr. «Selbstverständlich ist die Energiewende auch ohne Geothermie möglich», sagte sie.

Laut den Modellen des BFE wird im Jahr 2050 mit einem Strombedarf von rund 60 Terawattstunden pro Jahr gerechnet. «Die Geothermie soll 4 Terawattstunden dazu beitragen, das sind rund 6 Prozent. Dieser Teil kann gut durch andere Technologien wie Fotovoltaik oder Wind ersetzt werden», sagte Zünd.

(/sda)

xxxFORUMHINWEISxxx
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Etschmayer Nun gibt sie wieder Ruhe, die Erde ... mehr lesen
St. Gallen - Die Lage am ... mehr lesen
St. Gallen - Das Bohrloch in St. Gallen ist abgedichtet. Nun beginnt die Suche nach den Ursachen des Erdbebens, das am Samstag durch Bohrungen in über 4000 Metern Tiefe ausgelöst wurde und zum vorläufigen Stopp des Geothermie-Projekts geführt hat. Bisher wurden 77 Schäden gemeldet. mehr lesen 
St. Gallen - Das Erdbeben bei der Geothermie-Anlage im St. Galler Sittertobel wurde vermutlich ausgelöst, weil ein drohender Gasaustritt bekämpft werden musste. Es habe sich um eine «absolute Notsituation» gehandelt, sagt Ivo Schillig, Chef der St. Galler Stadtwerke. Menschenleben seien in Gefahr gewesen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Der lokal produzierte und ins öffentliche Netz ...
Der lokal erzeugte Solarstrom wird im gesamten Jahr 2025 mit einem Fixpreis von 10 Rappen pro Kilowattstunde (kWh) vergütet. Kunden, die einen Vertrag über die Abnahme der Herkunftsnachweise besitzen, erhalten zusätzlich 2,5 Rappen pro kWh. mehr lesen 
Studie zeigt fehlende Daten bei Scope-3-Treibhausgasen  Unternehmen der Digitaltechnologie-Branche geben die Treibhausgas-Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette ihrer Produkte entstehen, deutlich zu niedrig an. 56 grosse ... mehr lesen
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der Ständerat ist am Dienstag auf die Linie des Nationalrats eingeschwenkt. mehr lesen  
Treffen der deutschsprachigen Umweltminister  Melk - Die Umweltministerinnen und -minister der deutschsprachigen Länder haben sich nach einem Treffen in Österreich für die Forcierung der Energiewende ausgesprochen. Erreicht werden soll dieses Ziel etwa durch einen Energiewendevertrag. mehr lesen  
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 13°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 15°C 20°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
St. Gallen 11°C 20°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 12°C 19°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 12°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Genf 15°C 20°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 16°C 24°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten