Curling: Titel für Basel und Bern nach spannenden Finals
publiziert: Sonntag, 9. Mrz 2003 / 11:06 Uhr

(Si) In überaus spannenden Finals sicherten sich die Curler von Basel Ysfäger Clariden (Skip Bernhard Werthemann) und die Curlerinnen von Bern AAM (Luzia Ebnöther) in Arlesheim die Schweizer Meistertitel.

Der Skip vom Team Basel Ysfaeger Bernhard Werthemann.
Der Skip vom Team Basel Ysfaeger Bernhard Werthemann.
Die Basler bezwangen Genf 6:5 nach Zusatzend, die Bernerinnen gewannen das clubinterne Duell gegen die Titelverteidigerinnen um Skip Nicole Strausak und damit die Revanche für den letztjährigen Final 7:6.

Der Männerfinal endete mit der knappstmöglichen Entscheidung. Die letzten beiden Steine der Skips Bernhard Werthemann und Yannick Renggli im Zusatzend lagen ganz dicht am Zentrum des Hauses, und von blossem Auge war der Sieger nicht auszumachen. Erst das Nachmessen ergab, dass der Basler Stein von Bernhard Werthemann um Millimeter besser war.

Damit siegte jenes Team, das schon in der Qualifikation, in der Swiss League, dominiert hatte. Der routinierte, 36-jährige Bernhard Werthemann hatte bereits vor genau zehn Jahren (gegen Dieter Wüests Winterthur) und 1999 (gegen Patrick Hürlimanns Lausanne Olympique) im SM-Final gestanden, aber beide Male verloren.

Jetzt würden sich dem Basler Team internationale Perspektiven eröffnen: Als Schweizer Meister sind sie sowohl für die EM als auch für die WM der kommenden Saison vorgesehen. Bernhard Werthemann hält jedoch fest: "Wir sind ein Plauschteam." Vor der Swiss League, in der er im B starten musste, stand Werthemann nur gerade viermal auf dem Eis, und auch während der Meisterschaftssaison verzichtete er selber auf zusätzliches Training.

Wie kommt es, dass ein Hobby-Team zahlreiche ambitionierte Konkurrenten in die Schranken weisen kann? Werthemann und seine ebenfalls erfahrenen Mitspieler Thomas Lips, Thomas Hoch, Daniel Widmer und Stefan Traub (ehemaliger Juniorenweltmeister) betrieben den Curlingsport während Jahren mit beträchtlichem Aufwand. 2000/01 gewann Werthemann mit Basel White Star (in anderer Zusammensetzung) überlegen die Serie der europäischen World Curling Turniere (WCT-E). In der Schweizer Meisterschaft aber waren ihm die höchsten Ehren nie vergönnt. Auf diese Saison hin hat er die Erwartungen zurückgeschraubt, er kann jedoch immer noch auf wichtige Stärken zählen: taktisches Vermögen, offensives Spiel, variantenreiches "Gambling".

Für Bernhard Werthemann war der letzte, gewinnbringende Stein gegen die Genfer der grösste Moment in der Karriere. Er macht aber kein Hehl daraus, dass ihm das Familienleben -- mit Lebenspartnerin Cristina Lestander (ehemalige Weltmeisterin) hat er vier Kinder -- und der Beruf auch in Zukunft wichtiger sein werden als Curling. Wie er die vom Verband vorgesehene, einjährige Förderungsphase mit Auslandaufenthalten, EM und WM bestreiten wird, ist offen. "Wir werden einen Konsens suchen", sagt Werthemann.

Titelverteidiger St. Galler Bär (Ralph Stöckli) gewann unter dem Coaching von Olympiasieger Patrick Hürlimann in der Finalrunde sechs Spiele in Serie, wurde aber im Halbfinal von Genf deutlich (8:2) gestoppt.

Genugtuung nach vier Finalniederlagen

Bei den Frauen setzte sich Bern AAM verdientermassen durch. Die Olympia-Zweiten gewannen sämtliche neun Partien der Finalrunde. Dennoch stand der Final auf des Messers Schneide. Die Crew von Skip Nicole Strausak führte nach dem 6. End 5:3. Erst ein gestohlenes Zweierhaus im 8. End brachte die Wende: Ebnöthers Team ging 6:5 in Führung und brachte den Vorteil souverän durch.

Für Luzia Ebnöther und ihre Teamgefährtinnen bedeutet der Triumph eine grosse Genugtuung. Seit dem SM-Titel 1999 verloren die Bernerinnen nicht weniger als vier wichtige Finals, nämlich an den Weltmeisterschaften 2000, an den Schweizer Meisterschaften 2001 und 2002 sowie an den Olympischen Spielen. Jetzt können sie abermals Europa- und die Weltmeisterschaften in ihre Planung aufnehmen und sich gute Chancen auf eine neuerliche Olympia-Teilnahme (2006 in Turin) ausrechnen. In der aktuellen Besetzung mit Nadia Röthlisberger, Tanya Frei, Carmen Küng und Luzia Ebnöther hat das Team von Bern AAM das Potenzial, jederzeit einen internationalen Titel zu erringen.

Ein wesentlicher Pluspunkt für die Bernerinnen war die in kurzer Zeit geglückte Integration der neuen Nummer 3 Carmen Küng. Die Solothurnerin ersetzte Mirjam Ott, die nach der letzten Saison das Flimser Team als Skip übernahm.

An der nun folgenden WM in Winnipeg (5. - 13. April) wird die Schweiz durch die letztjährigen Meisterteams vertreten, also durch St. Galler Bär und das Frauenteam von Nicole Strausak. Beide hatten sich ihren eigenen WM-Startplatz an der EM im Dezember in Grindelwald gesichert.

(bert/sda)

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