Der Profiradsport am Scheideweg
publiziert: Freitag, 1. Feb 2008 / 01:17 Uhr

Dem Profiradsport geht es derzeit wie einem Teil der Banken. Der Vertrauensverlust ist gross. Deshalb dürfte die kommende Saison von entscheidender Bedeutung sein. Doping sowie die Querelen zwischen dem Weltverband und den Veranstaltern könnten direkt in den Untergang führen.

Tour-Sieger Alberto Contador strebt mit dem Team Astana nach einer starken Saison.
Tour-Sieger Alberto Contador strebt mit dem Team Astana nach einer starken Saison.
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Per Ende dieser Saison, die auf unserem Kontinent am Sonntag mit dem ersten Rennen in Frankreich beginnt, laufen die Verträge von zwölf ProTour-Teams mit deren Hauptsponsoren aus.

Alleine aus dieser Tatsache geht hervor, wie sehr den Verantwortlichen daran gelegen sein muss, ein gutes Bild ihrer Sportart zu zeichnen. Mit der Einführung des «Blutpasses» durch den Weltverband UCI ab Beginn dieses Jahres soll die Zahl der Dopingfälle gesenkt werden. Auszumerzen wird sie wohl nie sein.

ProTour ohne Bedeutung

Am letzten Sonntag ist mit der Tour Down Under das erste von 17 ProTour-Rennen zu Ende gegangen. Wegen des andauernden Konfliktes mit den bedeutendsten Veranstaltern beinhaltet die ProTour heuer keine der drei grossen Landesrundfahrten und mit Ausnahme der Flandern-Rundfahrt auch keinen der Eintages-Klassiker.

Damit ist die Protour zumindest für diese Saison zu einem Muster ohne Wert verkommen. Bei einer Aussprache während der Quer-WM zwischen UCI-Präsident Pat McQuaid und den Präsidenten einer Handvoll aufmüpfiger Landesverbände soll dahingehend eine Einigung erzielt worden sein, dass seitens der Verbandspräsidenten Druck auf die Organisatoren ausgeübt wird, zu einer Einigung mit der UCI zu gelangen.

Globale Ausbreitung

Der Weltverband treibt in der Zwischenzeit sein Programm voran, den Strassen-Profiradsport zu mondialisieren. Es locken die Wachstumsmärkte in Russland und China. Möglicherweise ist der Anstoss zu diesem Vorhaben auch durch einige der wenigen global tätigen Sponsoren erfolgt. Von Mondialisierung haben die UCI-Gewaltigen schon vor 20 Jahren gesprochen, ohne dass es ihnen gelungen wäre, den Profiradsport dort zu verankern, wo er keine Tradition hat.

Zumindest das Interesse der europäischen Fans wird sich auch in diesem Jahr wieder auf die Tour de France, den Giro d´Italia und die Vuelta, aber auch auf die «Monumente» Mailand - San Remo, Flandern-Rundfahrt, Paris - Roubaix, Paris - Tours und die Lombardei-Rundfahrt richten. Die Weltmeisterschaften im September in Varese (It) werden ebenso die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wie einen knappen Monat vorher das olympische Zeitfahren und das Strassenrennen in Peking.

Kampf um Startberechtigung

Noch 18 Sportgruppen gehören dem ProTour-Zirkel an. Nachdem der Konflikt zwischen der UCI und den drei grossen Veranstaltern noch nicht beigelegt ist, können sie einer Startberechtigung bei den bedeutendsten Anlässen nicht sicher sein. Dementsprechend wurde bei einigen Sportgruppen eifrigst aufgerüstet, um die Organisatoren mit Siegen zu beeindrucken.

Ein besonderes Augenmerk gilt Tour-Sieger Alberto Contador. Der Spanier ist mit einer Schar Getreuer dem sportlichen Leiter Johan Bruyneel zum umgekrempelten Team Astana gefolgt. Jaroslaw Popowitsch hingegen - auch er bis letztes Jahr bei der aufgelösten Mannschaft Discovery Channel unter Vertrag - stellt sich neu in die Dienste des Tour-Zweiten und ProTour-Gesamtsiegers 2006, Cadel Evans.

(bert/sda)

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