Nachfrageschwund: Micron mit trüber Chip-Aussicht
publiziert: Freitag, 3. Okt 2008 / 21:36 Uhr

Boise/New York/Frankfurt - Der US-amerikanische Chiphersteller Micron Technology rechnet für das Weihnachtsgeschäft im anstehenden vierten Quartal mit einer sich abschwächenden Nachfrage.

Die sinkenden Preise für Speicherchips bescherten Micron einen Verlust von rund 344 Mio. Dollar.
Die sinkenden Preise für Speicherchips bescherten Micron einen Verlust von rund 344 Mio. Dollar.
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Als Ursache für das nachlassende Kaufinteresse sieht Micron-Technology-CEO Steve Appleton vor allem die gesunkene Nachfrage nach Computern. Da der Chipriese erst kürzlich als potenzieller Interessent für die deutsche Infineon-Tochter Qimonda gehandelt wurde, dürften die Übernahmephantasien mit den prognostizierten Erwartungen Microns vorerst auf Eis gelegt sein.

Obwohl die Kursphantasien bei einem möglichen Einstieg Microns erst einmal verpufft sind, sagte Appleton, dass man sich derzeit alle Optionen offen halten möchte, jedoch für künftige mögliche Zukäufe bestens gerüstet sei.

Hinsichtlich des prognostizierten Nachfrageschwunds sei derzeit noch nicht klar, wie nachhaltig der Rückgang ausfallen wird. Hintergrund ist laut Branchenfachleuten vor allem auch das Überangebot bei DRAM- und Flash-Speicherchips.

Dieser Umstand hat Analysten inzwischen dazu veranlasst, zu Kapazitätsverringerungen in den betroffenen Chip-Segmenten zu raten. Obwohl Theo Kitz von Merck Finck «die Wahrscheinlichkeit sieht, dass die Preise mittlerweile die Talsohle erreicht haben», sind weitere Produktionsanpassungen dringend erforderlich. Mit einem Aufschwung sei erst Mitte 2009 zu rechnen.

Überangebot im Markt

Das auf der gesamten Branche schwer lastende Überangebot im Markt und die damit verbundenen sinkenden Preise für Speicherchips bescherte Micron einen Verlust von rund 344 Mio. Dollar. Auch der Umsatz konnte nur noch um ein Prozent gesteigert werden.

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise schreibt, will Infineon die defizitäre Speicherchiptochter Qimonda so schnell als möglich verkaufen. Dabei bemühe man sich intensivst, den Konzern an Micron abzustossen. Nach Angaben der Zeitung seien die Amerikaner derzeit die einzig verbliebenen Kaufinteressenten aus der Halbleiterbranche - und dies, obwohl gegen Mitte des Jahres auch der japanische Chiphersteller Elpida noch ein grundsätzliches Interesse an einer Übernahme signalisiert hatte.

Ziel von Infineon ist es, spätestens bis zur Hauptversammlung 2009 die Beteiligung an Qimonda auf unter 50 Prozent zu senken.

(smw/pte)

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