Verdacht hat sich nicht bestätigt
Nachrichtendienst beschaffte Waffen auf ordentlichen Wegen
publiziert: Freitag, 21. Dez 2001 / 20:12 Uhr

Bern - Die rund fünfzig Waffen, die beim Nachrichtendienst beschlagnahmt worden sind, wurden grösstenteils auf ordentlichen Wegen beschafft. Das teilte der zuständige eidgenössische Untersuchungsrichter Thomas Hansjakob mit.

Im Zusammenhang mit Berichten über Waffenkäufe des ehemaligen Geheimdienstchefs Peter Regli war im November der Verdacht aufgekommen, dass vom Nachrichtendienst gelagerte Waffen aus der Zeit der Geheimarmee P-26 stammen könnten, obwohl sämtliches Material der P-26 vor Jahren hätte liquidiert werden sollen.

Mit den Waffen in Verbindung gebracht wurde auch Dino Bellasi, dem die Veruntreuung von 8,6 Millionen Franken vorgeworfen wird. Bellasi hatte stets behauptet, mit dem Geld Waffen im Auftrag seiner Vorgesetzten gekauft zu haben. Hansjakob ordnete die Beschlagnahmung der Waffen an.

Die Untersuchung ergab, dass zehn der Waffen für die Geheimarmee beschafft worden waren, wie Hansjakob bekannt gab. Diese seien aber 1990 bei der Liquidation des P-26-Materials erfasst worden. Da sie nicht verwendet werden konnten, seien sie beim strategischen Nachrichtendienst gelandet, der eine Sammlung von Exponaten habe.

Die restlichen 40 Waffen wurden laut dem Untersuchungsrichter bereits in den 70er Jahren über ordentliche Kredite angekauft und hatten mit P-26 nichts zu tun. Der Verdacht, dass Dino Bellasi die Waffen beschafft hatte, habe ausserdem auf Grund der Waffennummern entkräftet werden können.

(sk/sda)

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