Ankunft der Sahara-Touristen am Flughafen Zürich - Im Tuareg-Gewand zurück in die Heimat
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2003 / 14:23 Uhr

Zürich - Punkt 08.44 Uhr setzt der Bundesrats-Jet mit der Aufschrift "Swiss Air Force" auf der Landepiste am Flughafen Kloten auf. Er bringt die vier Schweizer zurück, die vor einem halben Jahr in der Sahara im Süden Algeriens entführt worden sind.

Im Februar waren die vier Sahara-Touristen entführt worden.
Im Februar waren die vier Sahara-Touristen entführt worden.
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Die Maschine kommt neben der Zuschauerterrasse zum Stillstand, die Tür geht auf. Das Treppchen hinunter klettern die 19-jährige Silja Stäheli, die 20-jährige Sibylle Graf, beide aus Wädenswil ZH, und der 31-jährige Reto Walther aus Untersiggenthal AG.

Dahinter eine Gestalt im Tuareg-Gewand mit dunklem Vollbart: Der 43-jährige Marc Hediger aus Lachen AR, der vierte der freigelassenen Schweizer.

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey begrüsst die Ankömmlinge mit Küsschen links und rechts. Zu Empfang bereit stehen auch Vertreter der drei Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden und Zürich, Michael Kläy vom Bundesamt für Polizei und Mitglied des Krisenstabs sowie Unique-Chef Josef Felder.

Auf Drängen der Fotografen und Kameraleute stellen sich die Rückkehrer zusammen mit Calmy-Rey und dem übrigen Empfangskomitee einen Moment vor das Flugzeug und winken in die Kameras. Dann steigen sie in einen Kleinbus der Polizei und verschwinden im Gebäude, wo Angehörige und Freunde warten.

Die vier seien bei guter Gesundheit, versichert die Bundesrätin an der folgenden Medienkonferenz, zu der die Rückkehrer nicht selbst erscheinen.

Sonnenblumen als Sinnbilder

Drei Sonnenblumen übergibt Fritz Hans Schwarzenbach, Grossvater von Silja Stäheli, der Aussenministerin. Sie seien "Sinnbilder der Empfindungen der Angehörigen": Freude über die Rückkehr, Erleichterung nach einem halben Jahr der Spannung, Dankbarkeit für Unterstützung und Begleitung in der schwierigen Zeit.

Man dürfe allerdings "die Proportionen nicht verlieren", mahnte Schwarzenbach: Terror und Entführungen gediehen auf einem Boden, auf dem die Jugend keine Chancen habe. In der Schweiz sollte man sich das Vorgefallene zum Anlass nehmen, sich mehr globalen Fragen zuzuwenden.

Dankbar für die Anstrengungen zur Freilassung seines Sohnes und der anderen Geiseln ist auch Max Hediger, Vater von Entführungsopfer Marc Hediger.

Er habe sich die Szenerie der Entführung gut vorstellen können, erzählt er, schon zweimal habe er die fragliche Gegend mit seinen Sohn bereist. Hediger bittet die Medienleute, den Zurückgekehrten eine Ruhepause zuzugestehen.

Empfang im Präsidentenpalais

Botschafter Peter Sutter, leiter des Krisenstabs, hatte die Rückkehrer bereits in Mali begrüsst und sie via Köln nach Zürich begleitet.

Nach ihrer Ankunft in Bamako, Malis Hauptstadt, waren alle 14 Freigelassenen auf Einladung des Malischen Präsidenten in dessen Palais, zusammen mit den "Notablen des Landes".

Laut Sutter war es eine "eine kurze, würdige Zeremonie", bevor der Regierungs-Airbus der Deutschen Luftwaffe etwa um Mitternacht für den Flug nach Köln abhob.

An Schlaf sei allerdings nicht zu denken gewesen. Auf dem Flug hätten die Heimkehrenden erste Gespräche mit dem mitreisenden Psychiater geführt.

(Elisabeth Hausmann/sda)

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