Aufruf zur Beobachtung des Bartgeiers in den Schweizer Alpen
publiziert: Mittwoch, 3. Okt 2012 / 11:05 Uhr
Mit knapp drei Metern Spannweite ist der Bartgeier der grösste Vogel der Schweizer Alpenwelt.
Mit knapp drei Metern Spannweite ist der Bartgeier der grösste Vogel der Schweizer Alpenwelt.

Sempach LU - Wer sich in der kommenden Woche in den Alpen aufhält, soll nach Bartgeiern Ausschau halten. Dazu haben die Schweizerische Vogelwarte Sempach und die Stiftung Pro Bartgeier aufgerufen. Der Bartgeier ist der grösste Vogel der Schweizer Alpen.

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Vom 5. bis zum 12. Oktober finden im gesamten Alpenraum zum siebten Mal die Internationalen Bartgeier-Beobachtungstage statt. Bereits am kommenden Samstag sind zahlreiche Projektmitarbeitende und Freiwillige unterwegs, um von hoch gelegenen Aussichtspunkten nach Bartgeiern Ausschau zu halten.

Die Vogelwarte und die Bartgeier-Stiftung rufen alle Interessierten auf, in der nächsten Woche auf Bergtouren Ausschau nach dem Vogel zu halten und Beobachtungen zu melden. Hilfreich seien Fotos, heisst es im Aufruf. So könnten Bartgeier manchmal anhand individueller Merkmale wiedererkannt werden.

20 Paare im Alpenraum

Mit knapp drei Metern Spannweite ist der Bartgeier der grösste Vogel der Schweizer Alpenwelt. Vom Steinadler unterscheidet er sich durch den zugespitzten Schwanz und die schmalen, spitzen Flügel. Aus der Nähe sind der namensgebende Bart und die roten Augenringe charakteristisch. Ausgewilderte Jungvögel haben künstlich gebleichte Flügel- und Schwanzfedern.

Der Bartgeier wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Alpenraum ausgerottet. Zum Verhängnis geworden war ihm einerseits seine Neugier, die den direkten Abschuss erleichterte. Andererseits aber auch seine Vorliebe für Knochen, die ihn empfindlich gegen Giftköder machte.

Durch ein internationales Wiederansiedlungsprojekt konnte der Vogel wieder heimisch gemacht werden. Seit 1986 werden jährlich Jungvögel ausgewildert. Zurzeit bewohnen gut 20 Paare den Alpenraum. In der Schweiz haben vier Paare bisher 16 Jungvögel ausgebrütet.

Wiederansiedlung noch nicht gesichert

Der Bestand sei noch sehr klein und die genetische Vielfalt für einen nachhaltigen Erfolg der Wiederansiedlung nicht ausreichend, heisst es in der Medienmitteilung. Deshalb würden weiterhin Bartgeier ausgewildert. Zuletzt hat die Stiftung Pro Bartgeier in der Schweiz im vergangenen Mai im sanktgallischen Calfeisental zwei Vögel ausgesetzt.

Die Schweizerische Vogelwarte Sempach unterstützt mit ihren rund 1800 freiwilligen Mitarbeitern die Überwachung des Bartgeiers in den Schweizer Alpen.

(knob/sda)

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