Die Hitparade im Verdacht
publiziert: Dienstag, 7. Jun 2011 / 08:02 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 7. Jun 2011 / 18:37 Uhr
Lady Gaga führt die Hitparade zur Zeit an mit «Born this Way».
Lady Gaga führt die Hitparade zur Zeit an mit «Born this Way».

Bern - Die Wettbewerbshüter nehmen den Vertrieb von Musik in der Schweiz unter die Lupe. Sie sehen Anhaltspunkte, wonach Parallelimporte behindert, gewissen Unternehmen die Aufnahme in den Branchenverband verweigert und die Erstellung einer repräsentativen Hitparade verhindert werden.

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Die Wettbewerbskommission (WEKO) eröffnete deshalb eine Untersuchung gegen den Schweizer Ableger der "International Federation of the Phonographic Industry" (IFPI Schweiz) und dessen Mitglieder, wie die Kommission am Dienstag mitteilte.

Vorabklärungen hätten ergeben, dass der Verband IFPI Schweiz und dessen Mitglieder Parallelimporte gewisser Musikträger - etwa CD - behindert hätten. Untersuchen will die WEKO zudem die Bedingungen für die Aufnahme in die IFPI Schweiz. Und sie will klären, nach welchen Kriterien die Hitparade erstellt wird.

SRF wartet Untersuchung ab

Es gehe darum zu untersuchen, ob grosse Labels wie EMI, Universal, Sony Music und Warner - alle IFPI-Mitglieder - sich im Schweizer Markt absprechen, wie es bei der WEKO auf Anfrage hiess.

Schweizer Radio DRS3 hat die Hitparade wöchentlich immer sonntags im Programm. Die Lage werde erst nach der Untersuchung beurteilt, sagte Marco Meroni, Sprecher von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) auf Anfrage.

SRF sei es ein Anliegen, "dass die erhobenen Daten auch den Tatsachen entsprechen und transparent sind". Das habe SRF auch von der IFPI verlangt. Die Hitparade ist laut Meroni eine der beliebtesten Schweizer Radiosendungen.

"Gute Nachricht für die Szene"

iMusician von Verband ausgeschlossenr digitale Musikvertrieb iMusician, wi Geschäftsführer Shigs Amemiya auf Anfrage bestätigte. Dass die WEKO eine Untersuchung führe, sei eine gute Nachricht für die Szene, sagte er. iMusician habe die Beschwerde organisiert und finanziert; hinter der Eingabe stehe eine Gruppe von Unternehmen.

Über iMusician können Künstlerinnen und Künstler via Internet ihre Musik vertreiben lassen. iMusician ist nicht Mitglied von IFPI Schweiz und wurde trotz Antrags nicht aufgenommen.

 

(fest/sda)

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