Fussball: Schweden avanciert zum Titelanwärter
publiziert: Donnerstag, 17. Jun 2004 / 12:57 Uhr

5:0 zum Auftakt gegen Bulgarien: Schweden gewann am Montag in Lissabon erstmals seit 1958 wieder ein Startspiel in eine Endrunde und avanciert dank seinem magischen Dreieck im Sturm zum heimlichen Titelanwärter.

Auch Zlatan Ibrahimovic hat sich mittlerweile ins Team integriert.
Auch Zlatan Ibrahimovic hat sich mittlerweile ins Team integriert.
Henrik Larsson - Fredrik Ljungberg - Zlatan Ibrahimovic: Drei Namen dreier Torschützen beim höchsten schwedischen Sieg an einer EM-Endrunde überhaupt.

Das "Tre-Kronor-Team" verfügt über ein magisches Dreieck, das den EM-Zuschauern dank seiner Sonderklasse noch lange erhalten bleiben dürfte.

In der Gruppe C mit Italien, Dänemark und Bulgarien werden die Schweden dank diesem hohen Erfolg mit grösster Wahrscheinlichkeit die Viertelfinals erreichen.

Wer jedoch die Ausgeglichenheit, Stabilität und Homogenität dieser Mannschaft gesehen hat, der gerät in Versuchung, auf einen EM-Titel der Skandinavier zu wetten.

Fünf Jahre ungeschlagen

Von den Fachleuten nahezu unbeachtet hatten sich die Schweden mit einer eindrücklichen Bilanz für diese EM-Endrunde qualifiziert. Nur drei Gegentore wurden den Ausscheidungsgegnern Lettland, Polen, Ungarn und San Marino zugestanden.

Auch in Anbetracht der nicht sonderlich starken Kontrahenten eine gute Bilanz. Bis zur 0:1-Niederlage im letzten, bedeutungslosen Spiel gegen die Letten war das Team seit 1998 in 27 Qualifikationsspielen ungeschlagen geblieben.

Der glänzende Auftakt in Portugal wird den Schweden noch mehr Zuversicht und Selbstvertrauen verliehen haben. Goalie Andreas Isaksson hielt sein Gehäuse rein, obwohl die Bulgaren keineswegs ungefährlich waren und ihn vor allem in der ersten Halbzeit einige Male geprüft hatten.

Die Abwehr zeigte sich nur wenige Male nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe: Auf der rechten Seite offenbarte insbesondere Teddy Lucic gegen den früheren Servette-Stürmer Martin Petrov etwelche Probleme. Im Zentrum aber bildeten Captain Olof Mellberg (Aston Villa) und Andreas Jakobsson (Bröndby) ein Bollwerk, das auch von den Italienern am Freitag nur schwer zu knacken sein wird.

Alle Stürmer erfolgreich

Bei bester Spiellaune präsentierte sich im José-Alvalade-Stadion jedoch vor allem die Angriffs-Fraktion: Ibrahimovic bediente Ljungberg zum 1:0, Larsson erzielte mit einem Hechtköpfler das bisher schönste Tor des Turniers und doppelte 71 Sekunden später mit einem nicht weniger schwierig zu erzielenden Treffer nach.

Vor dem 4:0 wurde Ljungberg im Strafraum gefoult, Ibrahimovic vollendete vom Penaltypunkt aus sicher. Und das 5:0 leitete Larsson mit einem Lobball auf den eingewechselten Stürmer Marcus Allbäck von Aston Villa ein. Alle Stürmer waren mindestens einmal erfolgreich, das lässt für den weiteren Turnierverlauf noch einiges erwarten.

Superstar Henrik Larsson zog mit seinen Länderspieltoren 26 und 27 mit Zinedine Zidane als bisherigem EM-Topskorer gleich und bedankte sich so auf ganz persönliche Art bei den schwedischen Fans.

120 000 Schweden hatten ihn nach einem Aufruf der Tageszeitung "Aftonbladet" zum Rücktritt vom Rücktritt aus der Nationalmannschaft gebeten. Erst sein 6-jähriger Sohn Jordan gab mit seiner Comeback-Forderung vor der EM jedoch den Ausschlag.

Beeindruckende Persönlichkeit

Die stets bescheidene Celtic-Ikone (242 Tore in 315 Spielen für die Schotten) gab gegen die Bulgaren aber noch eine weitere Kostprobe seiner beeindruckenden Persönlichkeit zum Besten.

Vor der Chance stehend, als zweiter Spieler nach Michel Platini (1984) einen Hattrick an einer EM-Endrunde erzielen zu können, verzichtete er beim Penalty zum 4:0 grossmütig auf eine Ausführung, obwohl er als Elfmeterschütze Nummer 1 bestimmt war. Er überliess Ibrahimovic und sagte nach dem Spiel: "Es war gut für das Team, dass alle Stürmer einmal getroffen haben."

War ein weiterer Torerfolg für Larsson Nebensache, so zählt er für den Ajax-Stürmer Ibrahimovic umsomehr. Der exzentrische Hüne mit jugoslawischen Eltern liebt die Öffentlichkeit und sucht die Aufmerksamkeit mit provozierenden Sprüchen und hartem, oft auch unsportlichem Einsteigen.

Die erwähnte Penaltyszene hatte sich bereits einmal gegen San Marino ereignet: Beim Stand von 4:0 wollte sich der eigentlich vorgesehene Schütze Kim Kallström den Ball zur Ausführung holen, doch Ibrahimovic verweigerte die Herausgabe und verwandelte selber. Die Teamkollegen verzichteten damals demonstrativ auf eine Gratulation, Kallström war wütend und Heisssporn Ibrahimovic wurde zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen.

10 000 schwedische Fans

Am Montag war alles anders: Das Team gratulierte seiner Nummer 10, die nicht nur als Vollstrecker, sondern auch als Vorbereiter glänzte und die rund 10 000 schwedischen Fans skandierten seinen Namen, als Ibrahimovic mit Muskelkrämpfen ausgewechselt werden musste. Für sie hat am Montag ein Fest begonnen, das erst am 4. Juli mit dem Europameister-Titel enden soll.

(von René Baumann/Si)

 
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