Internetpiraterie: Popkomm aus Protest abgesagt
publiziert: Freitag, 19. Jun 2009 / 18:04 Uhr

Berlin - Die Musikbranche sagt eine ihrer wichtigsten Messen ab: Die für September geplante Popkomm in Berlin fällt wegen zu geringer Anmeldezahlen und als Zeichen des Protests gegen Internetpiraterie aus.

Die Absage der Messe soll der Politik signalisieren in Sachen Internetpiraterie aktiver zu werden.
Die Absage der Messe soll der Politik signalisieren in Sachen Internetpiraterie aktiver zu werden.
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Das sagte der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Dieter Gorny der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Die digitale Krise schlägt voll auf die Musikwirtschaft durch. Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen.»

Die Messe - einer der wichtigsten Treffs der Branche - war vom 16. bis 18. September geplant. Ausser der Ausstellung wurden auch das geplante Festival und der Kongress abgesagt. Gorny betonte, dies sei als Aufforderung an die Politik zu werten, mehr gegen Internetpiraterie zu tun.

Bereits im vergangenen Jahr war das Interesse an der Popkomm leicht zurückgegangen. Damals hatten 14'000 Fachbesucher (minus 1000) die Messe mit 843 Ausstellern (minus 43) besucht. Der Branchentreff ist seit 2004 in Berlin, davor war er in Köln. Nach dem Willen Gornys soll es 2010 wieder eine Popkomm in Berlin geben.

(sl/sda)

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Was erhalten die Händler?
Ich bin regelmässig in einem Plattenladen, welcher nahezu ausschliesslich Vinyl und noch eher hochwertige) HiFi-Anlagen verkauft. Und der Ladenbesitzer hat auch schon einige male gesagt, dass er nicht wahnsinnig viel beim Verkauf verdient. Auch sieht man es, wenn man die Preise der Schallplatten anschaut. Da er die Preise nicht anpasst, sieht man, welchen Preis er zum Beispiel für ein Album im 1996 noch angeschrieben hat und wie teuer er es heute verkauft. Die aktuellen Pressungen in gleicher Qualität sind oftmals gut 30-40% teurer. Aber mehr verdienen tut er daran auch nicht, da diese bereits im Einkauf teurer sind!

Er macht das, weil es ihm Spass macht und nicht, weil er damit reich werden möchte. Reich werden die Bosse der (grossen) Plattenfirmen, nicht die Händler!

LG
Einstürzende Plattenbauten
Gier ist wohl ein menschliches Grundmuster.

Zitat Shimano
"In dieses Schlammassel hat sich die Musik-Industrie selber hereingeritten!"
Stimmt allerdings. Jetzt die kleinen Online-Tauscher mit diesen hirnrissigen Strafen erschrecken zu wollen, ist nicht die intelligenteste Lösung.

Die Kidds machen genau das, was wir früher auch gemacht haben, nämlich für eine/n Freund/in Kassetten bzw. CD's aufzunehmen und zu kopieren. Nur gibt's heute das Internet und der gleiche Vorgang geschieht nicht mehr 1:1, sondern 1:n.

Wie Midas und Sie glaub auch nicht, dass es der Industrie an und für sich schlecht geht.

Wir sprechen immer noch von einem Riesenkuchen, der verteilt wird. Leider ist die Verteilung ungleich dem Aufwand. Mir tun die kleinen Plattenläden leid, die Einmannbetriebe, die seit Jahrzehnten werkeln und für die Musik leben. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als Nischen zu erobern, und noch besseren Serivice zu leisten (zum Beispiel mit dem Aufspüren von Raritäten).

Eins ist klar. Mit offiziell gebrannten CD's lässt sich nicht mehr genügend Bargeld machen, um zu überleben. Allenfalls kann unkastriertes Vinyl eine Lücke füllen.

Zahlen vom Deutschen Musikmarkt.
Ganz am Schluss die Graphik "Germans like it illegal"

http://www.dbresearch.com/PROD/DBR_INTERNET_EN-PROD/PROD00000000002272...
Selber Schuld!
In dieses Schlammassel hat sich die Musik-Industrie selber hereingeritten! Ihre Gier nach immer höheren Margen und immer günstigen Tonträger (MP3) hat sich wohl als Bumerang entwickelt! Wie die Plattenindustrie wieder aus diesem Sumpf herauskommen, müssen sie selber schauen! Mal sehen, ob die was daraus lernen. Ich persönlich habe aber meine Zweifel!
Neue Technologien
Zitat
"fällt wegen zu geringer Anmeldezahlen und als Zeichen des Protests gegen Internetpiraterie aus."

Wenn sich keine Austeller mehr melden, ist klar, dass die Messe nicht stattfindet.

Die Branche steckt in der Krise, soviel weiss man. Wer daraus herauskommen will, muss sich von den alten Vertriebswegen und Kanälen lösen. Heute schon verdienen die Stars ihr Geld vor allem mit Tourneen.

Ob nun damals, als Tonbänder aufkamen oder CD's eine Kopie in digitaler Qualität ermöglichten, die Industrie war immer zuerst drauf bedacht, zu verhindern, dass Pfründe abfliessen, statt neue Wege zu gehen.

Das Internet hat die Problematik nun verschärft und gnadenlos aufgezeigt.

Dass die zweistelligen Millionenstrafen, wie sie auch gegen Internetbenutzer, die mal eben unter Freunden Musikalben tauschen wollten, in den Staaten ausgesprochen werden, wird das Problem nicht beheben.

So gesehen hatte Sony mit ihrem Rootkit einen beinahe schon kreativen Ansatz.
Wenn's auch hier eben darum ging, bestehende Ideen zu zementieren, statt neue Ansätze zu entwickeln.
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