Knochenmarkspender auf Facebook gesucht
publiziert: Montag, 15. Dez 2008 / 16:18 Uhr / aktualisiert: Samstag, 28. Nov 2009 / 14:39 Uhr

San Francisco/London - Soziale Netzwerk-Plattformen wie Facebook vereinen aufgrund ihrer enormen Nutzerzahlen eine unglaubliche Masse von Wissen und Informationen an einem einzigen Ort im Internet.

Soziale Netzwerke können helfen, Leben zu retten.
Soziale Netzwerke können helfen, Leben zu retten.
1 Meldung im Zusammenhang
Wie sinnvoll dieses kollektive Potenzial für das Wohl der Menschheit eingesetzt werden kann, beweist eine Reihe von kürzlich gestarteten Inserat-Kampagnen in Grossbritannien.

Dort suchen die verzweifelten Eltern von Kindern, die auf herkömmlichem Weg bisher kein Glück hatten, nun über Facebook nach passenden Knochenmarkspendern, die ihren Sprösslingen mit einer Transplantation das Leben retten könnten. Wie der Guardian berichtet, haben derartige Inserate inzwischen bereits mehrere tausend Menschen dazu inspiriert, sich in entsprechende Transplantations-Spenderregister einzutragen.

Jeder neue Eintrag - egal ob Blut-, Knochenmark- oder Organspender - sei wichtig, da er helfe, den Spender-Pool insgesamt zu erweitern und somit die Chance erhöhe, dass ein Patient einen passenden Spender finden könne, heisst es in dem Bericht.

Zentrale Datenbank

«Solche Kampagnen in sozialen Netzwerken haben prinzipiell sicherlich Sinn. Man muss sich aber in diesem Zusammenhang auch die Situation in dem jeweiligen Land sehr genau anschauen», erklärt Ferdinand Mühlbacher, Leiter der Abteilung für Transplantation des Allgemeinen Krankenhauses Wien (AKH).

Des Weiteren sei es auch ein erheblicher Unterschied, ob man etwa auf der Suche nach einem Knochenmark- oder einem Organspender sei. «Knochenmarkspender sind in einer zentralen Datenbank registriert. Wenn jemand einen Spender sucht, findet er dort in der Regel recht schnell eine passende Quelle», schildert Mühlbacher.

Die Spender-Datenbank sei zudem weltweit vernetzt und verfüge insgesamt zur Zeit über knapp 15 Mio. Einträge. «Mit diesen 15 Mio. Spendern lassen sich zwischen 80 und 85 Prozent der betroffenen Fälle heilen. Bei Organtransplantationen sieht diese Situation aber grundlegend anders aus. Hier sind diese Chancen, einen passenden Spender zu finden, wesentlich geringer», merkt Mühlbacher an.

Passender Spender aus Australien

Zum Beweis, wie hilfreich soziale Online-Netzwerke in dieser Hinsicht sein können, verweist der Guardian auf einen konkreten Fall in Grossbritannien. So hatten die Eltern der 23 Monate alten Iona Stratton zuvor vergeblich nach einem passenden Knochenmarkspender für ihre an Leukämie erkrankte Tochter gesucht.

Erst durch einen im Oktober dieses Jahres gestarteten Aufruf auf Facebook, auf den innerhalb kürzester Zeit mehr als 7000 Mitglieder der Online-Community reagierten haben, konnte ein passender Spender in Australien ausfindig gemacht werden.

«Solche Kampagnen auf Facebook verdeutlichen die enormen Möglichkeiten, die soziale Online-Netzwerke in Hinblick auf die manchmal ungemein schwierige Suche nach passenden Spendern bieten. Sie machen nicht nur auf tragische individuelle Fälle aufmerksam, sondern helfen generell auch, dass öffentliche Bewusstsein für die Spenderproblematik zu fördern», so ein Sprecher der auf Leukämie und Knochenmarktransplantationen spezialisierten britischen Wohltätigkeitsorganisation Anthony Nolan Trust.

(smw/pte)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Social Media Washington - Wer noch immer der ... mehr lesen
Die Alterspyramide der Social Networks hat sich verändert.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Ohne Social Media geht es nicht
Ohne Social Media geht es nicht
Publinews Horisen AG  Soziale Netzwerke gehören zum modernen Marketing-Alltag längst dazu. Deshalb hast du vermutlich auch schon einmal darüber nachgedacht, dir eine eigene Facebook-Seite zuzulegen, oder? Wir können dir nur empfehlen, diese Chance für dein Unternehmen zu nutzen. mehr lesen  
US-Technologie-Unternehmen machen gemeinsame Sache  Bangalore - Microsoft und Facebook bauen gemeinsam ein neues Transatlantik-Datenkabel. Das Projekt mit dem Namen «Marea» solle im August in Angriff genommen und im Oktober 2017 fertiggestellt werden, teilten die beiden US-Technologie-Unternehmen am Donnerstag mit. mehr lesen  
Wirbel um Werbetafel in Australien  Der australische Fleischer Jeff Rapley hat mit einer kontroversen Werbetafel im Schaufenster seines ... mehr lesen  
Der Speck war nach der Werbeaktion nahezu ausverkauft.
Veränderungen stehen an  Washington - Eine interne Untersuchung hat nach Angaben von Facebook keinerlei Hinweise auf systematische Nachrichten-Manipulationen in dem sozialen Netzwerk ergeben. Dies schrieb der Leiter der Rechtsabteilung, Colin Stretch. mehr lesen  
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 0°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Basel 3°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, wenig Schnee
Bern 1°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Luzern 3°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Genf 2°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen freundlich
Lugano 9°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten