Produktivität in der Schweiz eingebrochen
publiziert: Montag, 29. Jun 2009 / 09:45 Uhr / aktualisiert: Montag, 29. Jun 2009 / 15:14 Uhr

Bern/Basel - In der Schweiz ist die Arbeitsproduktivität im ersten Quartal 2009 regelrecht eingebrochen. Der Grund: Den Unternehmen fehlten die Aufträge, doch es wurden erst wenige Arbeitsplätze abgebaut.

Der Kostendruck wird bisher meist über Kurzarbeit oder den Abbau von Überstunden zu dämpfen versucht.
Der Kostendruck wird bisher meist über Kurzarbeit oder den Abbau von Überstunden zu dämpfen versucht.
Das Produktivitätsniveau lag zum Jahresauftakt um 3,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das ist der kräftigste Rückgang seit BAK Basel Economics 1994 die Daten zu erfassen begann.

Der von BAK Basel Economics im Auftrag der Nachrichtenagentur SDA berechnete Stundenproduktivitätsindex sank auf 115,2 Punkte (1994 = 100). Das ist ein Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit war die Produktivität seit dem ersten Quartal 2008 rückläufig (im Vorquartalsvergleich).

Der Index zeigt ein für den Konjunkturzyklus typisches Muster: Der Arbeitsmarkt hinkt der Wirtschaftslage hinterher. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Quartal um 2,4 Prozent - so stark wie zuletzt Mitte der 70er-Jahre. Hingegen nahm die Beschäftigung im Vorjahresvergleich um weitere 1,2 Prozent zu.

Arbeitsmarkt kann sich Rezession nicht entziehen

Die Unternehmen versuchen also, den zunehmenden Kostendruck zunächst so weit wie möglich über Kurzarbeit oder den Abbau von Überstunden - also beschäftigungsneutral - zu dämpfen, wie die Basler Ökonomen erklären.

Das bedeutet aber nicht, dass sich der Arbeitsmarkt der Rezession zu entziehen vermag. BAK Basel Economics erwartet, dass die Unternehmen ihre Produktionskapazitäten weiter an die weltweit rückläufige Nachfrage anpassen müssen, also Arbeitsplätze streichen.

Der kräftige Einbruch der Produktivität im ersten Quartal trübt die langjährige Statistik indes kaum: Vom ersten Quartal 1994 bis zum ersten Quartal 2009 stieg die reale Stundenproduktivität um insgesamt 15,2 Prozent. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung von 0,3 Prozent pro Quartal oder 1,2 Prozent pro Jahr.

(ht/sda)

 
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