In Folge der Unruhen in Ferguson
Teenager entwickeln Polizei-Rating-App
publiziert: Dienstag, 19. Aug 2014 / 12:08 Uhr
Die App «Five-O» ermöglicht es Bürgern einzelne Polizisten oder Polizeistationen zu bewerten. (Symbolbild)
Die App «Five-O» ermöglicht es Bürgern einzelne Polizisten oder Polizeistationen zu bewerten. (Symbolbild)

Georgia - Die neue App «Five-O» macht es möglich, dass amerikanische Bürger einzelne Polizisten und sogar ganze Polizeistationen auf einer Skala bewerten können.

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Öffentlich lässt sich so vergleichen, wer als «gut» und wer als «ungeeignet» gilt. Entwickelt wurde die Anwendung von einem erst 14-Jährigen und seinen Geschwistern in Folge der aktuellen Unruhen in der US-Stadt Ferguson.

Im deutschsprachigen Raum findet die App kaum Zuspruch: «Hier ist so eine App absolut unrealistisch. Bürger, die im Grunde genommen keine Ahnung von interner polizeilicher Arbeit haben, eine öffentliche Bewertung von einzelnen Polizisten anstellen zu lassen, ist auf keinen Fall vereinbar für uns und sehr fragwürdig», so Norbert Reisinger, Sprecher vom Bund Deutscher Kriminalbeamter, auf Nachfrage von pressetext.

Teenies werden aktiv

Drei Geschwister im Alter von 14 bis 16 Jahren entwickelten eine App, die es US-Bürgern ermöglicht, die Qualität ihrer Polizeibeamten einzusehen und zu vergleichen. Ausserdem verfügt die Anwendung über einen «know your rights»-Bereich, in dem die US-Bürgerrechte einzusehen sind. Die Jugendlichen reagieren mit Five-O auf die gewalttätigen Entwicklungen nach dem Tod des US-Teenagers Michael Brown.

Die erforderlichen technischen Kenntnisse eigneten sich die jungen Schüler durch ihre Webaktivität an. Irma, der Älteste der Geschwister, belegte ausserdem Kurse in der Codeacademy.

Öffentliche Kontrolle

War man in einen Einsatz involviert, ermöglichen Bewertungs- und Berichtfunktionen darüber konkret zu schreiben und die Behandlungsart von Polizisten publik zu machen. Es soll verhindert werden, dass würdeloses und gesetzeswidriges Verhalten gegenüber der Bürger eine interne Angelegenheit bleibt. Die positiven Erlebnisse sollen ebenfalls in der Datenbank festgehalten werden.

Die Entwickler wollen erreichen, dass die Polizeiarbeit in den USA besser und gerechter wird. Sie hoffen, dass die öffentliche Einsicht in die Qualität der einzelnen Polizeistationen motiviert, das in der letzten Zeit stark kritisierte Vorgehen gegen US-Bürger zu verändern. Der Name der App ist angelehnt an die gleichnamige TV-Krimiserie «Hawaii Five-O», die fiktive Einsätze des Leiters einer Spezialeinheit gegen organisiertes Verbrechen behandelt.

(flok/pte)

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