Zwischenfall vorbei
Toter bei Explosion in französischem AKW
publiziert: Montag, 12. Sep 2011 / 14:03 Uhr / aktualisiert: Montag, 12. Sep 2011 / 17:59 Uhr
Die Explosion ereignete sich im stillgelegten Atomkraftwerk in Marcoule.
Die Explosion ereignete sich im stillgelegten Atomkraftwerk in Marcoule.

Nîmes - Die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) hat den Unfall in der Nähe der Atomanlage Marcoule am Montagnachmittag offiziell für beendet erklärt. Der Zwischenfall habe keinen Austritt von Radioaktivität zur Folge, teilte die ASN mit. Es seien keine Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung nötig.

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Die Atomaufsicht löste ihren Krisenstab wieder auf. Die Explosion in einem Verbrennungsofen habe ein Feuer entfacht, das gegen 13.00 Uhr unter Kontrolle gewesen sei. Das Gebäude, in dem der Ofen stand, sei nicht beschädigt worden.

Die vier Verletzten, von denen einer schwere Verbrennungen erlitt, seien nicht radioaktiv verstrahlt worden. Auch ausserhalb des Gebäudes sei keine Radioaktivität gemessen worden. Nun solle untersucht werden, wie es zu dem Unfall kam.

Bei der Explosion in dem Verbrennungsofen, in dem Rohre und Schutzkleidung aus Atomkraftwerken eingeschmolzen wurden, starb ein Arbeiter. Die Anlage in Codolet, die zum Atomkomplex Marcoule gehört, liegt in Südfrankreich, etwa 20 Kilometer von Avignon entfernt.

Ursache unbekannt

Ursache und Sicherheitsstufe des Unfalls waren zunächst nicht bekannt. Die Explosion habe sich um 11.45 Uhr in einem Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle ereignet. Er befindet sich nahe der Atomanlage Marcoule und wird von dort aus verwaltet. Zu den schwach radioaktiven Abfällen zählen unter anderem Kleidung von Arbeitern sowie Metalle und Beton.

Das Zentrum der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA für nukleare Notfälle sei sofort nach dem Zwischenfall aktiviert worden, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano am Montagmittag in Wien vor Journalisten.

Die Nuklearanlage Marcoule umfasst mehrere kleinere Reaktoren, die allesamt stillgelegt sind. Das letzte Kraftwerk, ein sogenannter Schneller Brüter, stellte 2010 den Betrieb ein. Im vergangenen März hatte es einen Zwischenfall in Marcoule gegeben, den die Atomaufsicht nachträglich auf Stufe zwei eingestuft hatte.

(bert/sda)

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