Google-Verfahren ausgeweitet
Auch Android im Visier der EU-Wettbewerbshüter
publiziert: Mittwoch, 20. Apr 2016 / 13:41 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Apr 2016 / 15:11 Uhr

Brüssel - Die EU-Kommission hat ihr Wettbewerbsverfahren gegen den US-Internetkonzern Google verschärft. Dabei geht es um Android, das meistbenutzte Smartphone-System der Welt, wie die Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte.

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Google baut der Kommission zufolge seine marktbeherrschende Stellung bei der allgemeinen Internetsuche aus. Die Google-Suche sei auf den meisten in Europa verkauften Android-Geräten vorinstalliert. Konkurrenten würde so der Marktzugang versperrt.

«Unsere bisherigen Ermittlungen lassen darauf schliessen, dass Google durch sein Verhalten den Konsumenten eine grössere Auswahl an mobilen Anwendungen und Dienstleistungen vorenthält», sagte die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager.

Die Google-Suche sei auf den meisten in Europa verkauften Android-Geräten vorinstalliert und als Standardsuchdienst bzw. einziger Suchdienst festgelegt. Ferner werde Konkurrenten auf dem Suchmaschinenmarkt auf diese Weise der Marktzugang über konkurrierende mobile Browser und Betriebssysteme versperrt, kritisiert die Brüsseler Behörde.

Umfassende Abklärungen

Die Behörde hatte erste Ermittlungen zur Wettbewerbssituation bei Android vor einem Jahr eingeleitet. Die Kommission verschickte jetzt in diesem Fall offizielle Beschwerdepunkte an den US-Konzern. Dieser kann sich nun ausführlich zu den Bedenken äussern. Die Android-Untersuchung ist Teil eines grösseren EU-Verfahrens gegen Google.

Falls die europäischen Wettbewerbshüter ihre Vorwürfe beweisen können und eine förmliche Entscheidung treffen, droht dem Unternehmen ein Bussgeld von bis zu 10 Prozent eines Jahresumsatzes. Dieser Rahmen wird aber üblicherweise nicht ausgeschöpft.

Google hat bereits Ärger mit der Brüsseler Behörde wegen der Platzierung von Werbung in seiner Suchmaschine. In dem seit 2010 laufenden Verfahren beschuldigt die EU-Kommission den US-Konzern, eigene Angebote zu bevorzugen.

(bert/sda)

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