Erstes Facebook-Urteil in der Schweiz
publiziert: Montag, 20. Dez 2010 / 11:52 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Dez 2010 / 15:55 Uhr
Keine Chance für Verunglimpfungen auf Facebook. Das Urteil wird als Präzedenzfall bezeichnet.
Keine Chance für Verunglimpfungen auf Facebook. Das Urteil wird als Präzedenzfall bezeichnet.

St. Gallen - Weil sie einen Mann auf Facebook als «Seckel» bezeichnet hat, ist eine junge St. Gallerin von der Staatsanwaltschaft wegen «Beschimpfung» zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt worden. Fachleute sprechen von einem Präzedenzfall.

Ihre Full-Service Agentur für New Media (Web, Facebook, Apps, Mobile, Newsletter)
7 Meldungen im Zusammenhang
Der Untersuchungsrichter, der die Bussenverfügung verhängt hatte, bestätigte einen Bericht in der Gratiszeitung «20 Minuten» vom Montag. Das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig, präzisierte der Untersuchungsrichter gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Ein Anwohner hatte sich im Frühling 2010 auf dem Rechtsweg mit Erfolg dagegen gewehrt, dass das Kulturlokal KuGl («Kultur am Gleis») in St.Gallen an Wochenenden nicht mehr bis 5 Uhr Konzerte und Partys veranstalten darf. Auf der Internetplattform Facebook wurde dann die Gruppe «Gegen die Schliessung vom KuGl» gegründet.

Präzedenzfall

Eine 19-Jährige bezeichnete den KuGl-Gegner auf Facebook als «Seckel» und «truurige Mensch». Der beleidigte Mann erstattete Strafanzeige. Der Untersuchungsrichter kam zum Schluss, dass der Teenager den Mann im Internet «beschimpft» hatte. Er verfügte eine bedingte Geldstrafe von 7 Tagessätzen à 30 Franken und 100 Franken Busse.

Das St. Galler Urteil wird von Fachleuten als Präzedenzfall für die Schweiz bezeichnet. Mark A. Saxer, Geschäftsführer des Schweizer Polizei-Informatik-Kongresses (Spik), begrüsst das Urteil. «Solche Verunglimpfungen im Internet sind die digitale Form des Prangers», sagt Saxer, der von keinem ähnlichen Urteil weiss.

Kein Cyber-Mobbing-Beauftragter

Begrüsst wird das Urteil auch von der Zürcher CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer, die sich gegen Mobbing im Internet engagiert. Sie hat zwei entsprechende Postulate im Nationalrat eingereicht und mit dem jüngsten Vorstoss die Einsetzung eines eidgenössischen Cyber-Mobbing-Beauftragten gefordert.

Der Bundesrat hat das Postulat von Barbara Schmid-Federer in diesen Tagen beantwortet. Die Einsetzung eines eidgenössischen Cyber-Mobbing-Beauftragten hält er für nicht angezeigt. Der Bund habe rund 8,65 Millionen Franken für zwei Programme zur Bekämpfung von Cyber-Mobbing zur Verfügung gestellt, die bis 2015 laufen.

(fkl/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Facebook Genf - Die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz hat Strafanzeigen wegen persönlicher Verunglimpfungen auf Facebook ... mehr lesen
Die Nationalrätin wurde auf Facebook unter anderem als «dumme Hündin» bezeichnet. (Symbolbild)
Obacht bei Facebook: Nicht unüberlegt Leute beschimpfen oder beleidigen.
Facebook St. Gallen - Eine 19-jährige St. Gallerin hat auf Facebook einen Mann als «Seckel» und als «truurige Mensch» beschimpft. Der ... mehr lesen
Facebook Paris/Darmstadt - Manche Berufsgruppen handeln sich ethische Konflikte ein, wenn sie Social Media für private Zwecke ... mehr lesen
Facebook erleichtert das Stalking, so Experten.
Die Medienkompetenz von Kindern muss stärker gefördert werden.
Der Boom der sozialen Medien und Web-2.0-Plattformen hat seine ... mehr lesen
Facebook London - Erstmals ist in Grossbritannien ein Teenager wegen Mobbings im Internet zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Die ... mehr lesen
Die junge Frau hatte auf Facebook ehemaligen Schulkameradinnen mit dem Tod gedroht. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Ein Grossteil der jugendlichen Internet-User hat bereits Erfahrungen mit Online-Mobbing gemacht.
Düsseldorf - Der überwiegende Grossteil der jugendlichen Internet-User hat bereits Erfahrungen mit Online-Mobbing ... mehr lesen
Facebook New York - In den Vereinigten Staaten sorgt derzeit ein neuer Cyber-Mobbing-Fall für Aufsehen. Wie das US-Nachrichtenportal InformationWeek berichtet, hat ein Teenager aus Long Island die Social-Networking-Plattform Facebook samt einiger ihrer Mitglieder und deren Eltern verklagt. mehr lesen 
Ihre Full-Service Agentur für New Media (Web, Facebook, Apps, Mobile, Newsletter)
Facebook erstellt die Werbeprofile seiner Nutzer bislang auf Grundlage ihrer Aktivitäten auf dem Netzwerk selbst.
Facebook erstellt die Werbeprofile seiner Nutzer ...
Internet  Bern - Facebook ändert seine Nutzungsbedingungen und seine Datenrichtlinie. Ab dem kommenden Jahr werden zudem Werbeanzeigen auf den Nutzer-Profilen geschaltet, die aufgrund der Auswertung des Surfverhaltens ausserhalb des Netzwerks zusammengestellt werden. 
Rassismus  Wil SG - Die St. Galler Staatsanwaltschaft hat den ...   1
Schmitt muss wegen Facebook-Äusserung eine Geldstrafe bezahlen.
Rassismusvorwürfe gegen SVP stossen auf breite Kritik Bern - Die Präsidentin der Eidg. Kommission gegen Rassismus, Martine Brunschwig-Graf, verurteilt ...
«Was in letzter Zeit abgeht zwischen gewissen Parteipräsidenten, ist daneben», sagte FDP-Präsident Philipp Müller in der «Schweiz am Sonntag».
Die Twitter-Verwendung während der Kongresswahlen 2012 wurden analysiert.
Tweets unter der Lupe  Washington - Soziale Medien haben eine Teilschuld an der Kluft zwischen Konservativen und ...  
eGadgets Neue Smartwatch rettet Epileptikern das Leben San Francisco - Die US-Firma Empatica arbeitet ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 4°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 6°C 8°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 5°C 6°C leicht bewölkt, wenig Regen nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 7°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Luzern 8°C 9°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Genf 10°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 8°C 9°C bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten