Neues Spiel, neues Glück
publiziert: Freitag, 17. Feb 2006 / 00:00 Uhr

Skispringer Andreas Küttel nimmt am Samstagabend auf der Grossschanze einen neuen Anlauf zum Medaillengewinn.

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Der Einsiedler hat das Wettkampf-Pech vom Wochenende, als ihn die Winde vom Podest bliesen, abgehakt.

Der zweifache Saisonsieger stellte sich der Verarbeitung der Enttäuschung professionell. Mit einem Tag Abstand analysierte er seinen Wettkampf.

Küttel beurteilte die Leistung in einem 14 Punkte umfassenden Auswertungsbogen, den die Schweizer Skispringer in den letzten Jahren erarbeitet haben. Sämtliche relevanten Punkte von der Wettkampf-Vorbereitung, über die Gefühlslage bis hin zu technischen Aspekten werden in diesem Papier angesprochen.

Mumm für nächste Aufgaben

«Ich gab mir fast in allen Teilen die Note 6», bilanzierte der Turn- und Sportlehrer. Die Gewissheit, einen seiner besten Wettkämpfe gezeigt zu haben, gibt Mumm für die nächsten Aufgaben.

Trainer Berni Schödler begutachtete Küttels Auswertung bislang noch nicht. Doch er weiss bereits, dass seine Analyse fast in allen Teilen deckungsgleich sein wird. Schödler schätzt die Selbstständigkeit seines Teamleaders und hält sich zurück.

«Ich muss aufpassen. Ich darf nun nicht ein Problem in Küttels Leistung hineininterpretieren. Sonst mündet alles in die belastende Frage: Wieso hat er keine Medaille gewonnen?»

Viel konzentrierter

Die Wettkampf-Analyse allein reicht nicht, um einen klaren Kopf zu bekommen. Dazu sind noch mentale Fähigkeiten notwendig, die sich Küttel in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit Sportpsychologe Hanspeter Gubelmann erarbeitet hat.

Früher sei er auf der Suche nach Verbesserungen stets «unterwegs» gewesen. «Jetzt gehe ich viel konzentrierter an jedes einzelne Training heran und vermag in den Pausen besser abzuschalten», sagte Küttel, der seine Diplomarbeit zum Thema mentale Wettkampf-Vorbereitung verfasst hat.

Ferien gemacht

Abschalten lautete das Motto von Montag bis Mittwoch. «Ich habe nun drei Tage mehr oder weniger Ferien gemacht», so Küttel. Neben Einheiten im Kraftraum stand unter anderem Skifahren im Programm.

Bei den Schwüngen oberhalb von Sestriere traf er auf Silvain Zurbriggen und besichtigte mit dem Walliser den Slalomhang. Das Skisprung-Training vom Dienstag liess er bewusst aus. «Es macht keinen Sinn, dort Kräfte zu verpuffen. Ich habe die Schanze im Griff, meine Form stimmt.»

Am Freitagnachmittag wird Küttel erstmals wieder die Sprunglatten an die Füsse schnallen. Seine Vorsatz ist klar: konzentrierte Arbeit. «Es gelingt mir im Normalfall sehr gut, die nächste Aufgabe ohne störende Gedanken anzupacken.»

Diesen optimalen Zustand erreichte er auch am vergangenen Sonntag, als er Bronze um einen Meter verpasst hatte. Die Automatismen funktionierten. «Ich war total fokussiert». Erst nach 60 m habe er realisiert, dass ihn kein Luftpolster trage.

Auch Konkurrenz mit Mühe

Er habe sich oft gefragt, ob ein Prozent mehr Leistung nicht den einen Meter mehr eingetragen hätte, gestand Küttel.

«Doch ich kann mir keinen Vorwurf machen.» Der Schweizer verweist mit einem Lächeln auf die Konkurrenz.

Janne Ahonen (Fi) oder Thomas Morgenstern (Ö) hätten das gleiche Wettkampf-Pech zu verarbeiten, andere seien noch schlimmer dran, weil ihre Leistung nicht gestimmt habe.

(von Hans Leuenberger, Sestriere/Si)

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«Das ist ein super Resultat, aber an den Olympischen Spielen zählt es nichts.»
 
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