New York sieht Hoffnungsschimmer
publiziert: Dienstag, 9. Sep 2003 / 09:46 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Sep 2003 / 10:20 Uhr

New York - Zwei Jahre nach den Terrorangriffen sieht New Yorks Wirtschaft erste Hoffnungsschimmer für einen Aufschwung. Der pausenlose Stellenabbau bei Kreditinstituten, Investmentbanken und vielen tausend anderen Unternehmen hat deutlich nachgelassen.

Die für die US-Finanzmetropole enorm wichtigen grossen Finanzdienstleister und Investmentbanken verbuchen in diesem Jahr wieder Milliardengewinne.

Die schwer angeschlagenen Fluggesellschaften haben sich etwas gefangen. Die New Yorker Hotels und Restaurants freuen sich über wachsende Gästezahlen. Die amerikanischen Versicherungen und Rückversicherungen verdienen wieder gut.

Sie haben inzwischen die Milliardenverluste auf Grund der Schadenersatzansprüche für die Terrorattacken zum Teil abgeschrieben und ihre Versicherungsprämien drastisch erhöht.

Der New Yorker Immobilienmarkt läuft trotz steigender Hypothekenzinsen weiter auf Hochtouren. "Einige Lichtstrahlen durchdringen den wirtschaftlichen Nebel", freute sich die "New York Times".

Hoffen auf den Aufschwung

Die Wirtschaft im Grossraum New York verlor seit dem Konjunkturhoch Anfang 2001 rund 390 000 Stellen oder 3,6 Prozent aller Jobs.

Dies hat die New Yorker Federal Reserve Bank in einer neuen Studie errechnet. In der Stadt New York selbst gingen rund 225 000 Stellen verloren. In der US-Finanzmetropole dürften im Gesamtjahr 2003 zusätzlich 56 000 Stellen verschwinden.

Im kommenden Jahr dürften angesichts der jüngsten Konjunkturbelebung in New York und Umgebung 128 000 neue Stellen entstehen.

Stellenwachstum "sehr graduell"

"Die wirtschaftlichen Auswirkungen der World-Trade-Center-Attacke können gar nicht übertrieben werden", betonte das Forschungsinstitut Fiscal Policy Institute in einer neuen Studie.

Einer von zehn Jobs, die während des US-Abschwungs verloren gegangen seien, seien auf den Bundesstaat New York entfallen. Das Institut sieht nur "ein sehr graduelles Stellen- und Einkommenswachstum" und eine langsame Erholung.

Auch andere Gründe

Die New Yorker "Fed" hob im Zusammenhang mit den enormen Stellenverlusten neben den Terrorattacken auch die Pleitewelle der Internetfirmen, die zwischenzeitliche massive Wall-Street-Baisse und die US-Rezession hervor.

Andere Wirtschaftsweise verwiesen ausserdem auf die beispiellose Unternehmensskandal-Welle, in die auch einige der grössten Finanzdienstleister verwickelt waren.

Die "Fed" legte ihrer Prognose ein US-Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent im laufenden Jahr und von 3,6 Prozent im kommenden Jahr zu Grunde.

Die Wall Street hat dank ihrer enormen Sicherheitsverbesserungen beim jüngsten totalen Stromausfall ihre erste grosse Bewährungsprobe seit den Terrorattacken glänzend bestanden.

Die New Yorker Börse, die elektronische NASDAQ-Börse und die grossen New Yorker Kreditinstitute und Investmentbanken verzeichneten dank verbesserter Notstrom-Aggregate keine Minute Handelsausfall.

(Peter Bauer/dpa)

 
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