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Pellis Überraschungskandidat schmeisst den Bettel hin
publiziert: Freitag, 29. Okt 2010 / 11:34 Uhr
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FDP-Präsident Fulvio Pelli hatte Raffaele Tognacca aus dem Hut gezaubert - der will aber nicht.
FDP-Präsident Fulvio Pelli hatte Raffaele Tognacca aus dem Hut gezaubert - der will aber nicht.

Sant'Antonino TI - Die Tessiner FDP geht geschwächt in die Regierungsratswahlen. Raffaele Tognacca, der Kandidat, den FDP-Präsident Fulvio Pelli aus dem Hut gezaubert hat, steigt nicht in den Wahlkampf. Ihm droht wegen eines Betrugsfalls Ärger mit der Justiz.

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Gegen Tognacca selbst läuft zwar kein Ermittlungsverfahren. Aber ein Tatverdächtiger, gegen den im 12-Millionen-Euro-Betrugsfall rund um die italienische Firma ERG ermittelt wird, soll ihn der Unrechtmässigkeiten bezichtigen.

Tognacca, der lange für den Energiekonzern ERG tätig war, weist diese Vorwürfe zurück. Um die FDP im Wahlkampf aber nicht zu belasten, stellt er sich für eine Kandidatur nicht zur Verfügung. Dies teilte Pelli am Donnerstagabend den Delegierten der Partei mit.

Unbeschriebenes Blatt

Der 45-jährige Tognacca war im Tessin bis vor kurzem ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Pelli, der die Kandidatenfindungskommission für die Wahlen im Tessin leitet, bezeichnete ihn letzte Woche bei der Präsentation vor den Medien als Überraschungskandidaten.

Dass wegen des Betrugsfalls nun ein Schatten auf Tognacca falle, sei Pech, sagte der Tessiner FDP-Präsident Walter Gianora am Freitagmorgen im Radio der italienischsprachigen Schweiz (Rete 1). Er lobte Tognaccas «intellektuelle Ehrlichkeit».

Für die FDP steht viel auf dem Spiel

Gianora und Pelli müssen nun bis am 11. November noch einen fünften Kandidaten suchen, der für die FDP bei den Erneuerungswahlen im kommenden April ins Rennen steigt. Bisher stellte die FDP als einzige Partei zwei der fünf Staatsräte.

Die Wiederwahl von Finanzdirektorin Laura Sadis gilt als so gut wie sicher. Unklar ist hingegen, wer das Erbe von Erziehungsdirektor Gabriele Gendotti antritt, der nach zehn Jahren zurücktritt.

Derzeit umfasst die Kandidatenliste der FDP nebst Sadis drei Namen: Grossrat Giacomo Garzoli, Sergio Morisoli, ein ehemaliger enger Mitarbeiter der im April 2007 abgewählten Finanzdirektorin Marina Masoni, und Christian Vitta, Fraktionschef im Grossen Rat.

(ade/sda)

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