«Isolierter Fall»
Tausende bei Beisetzung von drei ermordeten Muslimen in den USA
publiziert: Freitag, 13. Feb 2015 / 15:38 Uhr / aktualisiert: Samstag, 14. Feb 2015 / 00:32 Uhr
Auf seiner Facebook-Seite bezeichnete sich der Schütze aber als überzeugter Atheist und äusserte scharfe Kritik an Religionen im Allgemeinen.
Auf seiner Facebook-Seite bezeichnete sich der Schütze aber als überzeugter Atheist und äusserte scharfe Kritik an Religionen im Allgemeinen.

Chapel Hill - Unter grosser Anteilnahme sind drei ermordete muslimische Studenten in den USA beigesetzt worden. Zur Beerdigung von Deah Shaddy Barakat, seiner Frau Yusor Mohammad Abu-Salha sowie deren Schwester Razan versammelten sich am Donnerstag mehr als 5000 Menschen in Raleigh.

Unter Muslimen wurde Kritik an der zurückhaltenden Berichterstattung der Medien über das womöglich rassistisch motivierte Verbrechen laut.

Der 23-jährige Student und die beiden 21 und 19 Jahre alten Frauen waren am Dienstag von einem 46-jährigen Nachbarn in der Universitätsstadt Chapel Hill im Bundesstaat North Carolina erschossen worden. Der Schütze stellte sich anschliessend der Polizei, die zunächst von einem Streit um Parkplätze zwischen den Nachbarn sprach.

Auf seiner Facebook-Seite bezeichnete sich der Schütze aber als überzeugter Atheist und äusserte scharfe Kritik an Religionen im Allgemeinen, wobei er neben Mormonentum und Christentum auch den Islam angriff.

"Kein Parkplatzstreit"

"Wir sind uns eindeutig sicher, dass unsere Töchter wegen ihrer Religion angegriffen wurden", sagte der Vater der beiden ermordeten Frauen, Mohammad Abu-Salha, inmitten weinender Angehöriger bei den Vorbereitungen der Beisetzung der Nachrichtenagentur AFP.

"Dies war kein Parkplatzstreit - diese Kinder wurden mit Schüssen in den Hinterkopf hingerichtet." Bei der Tat handle es sich offenkundig um ein "Hass-Verbrechen" und er werde nicht einfach stillhalten, sagte der Vater.

Seinen Angaben zufolge hatte der Schütze seine Tochter Yusor früher schon bedrängt. Demnach war er mit einer Pistole am Gürtel vor ihrer Tür erschienen, um sich wegen des Parkplatzes zu beschweren. Die Polizei schloss kein Motiv aus, ging aber zunächst von einem Nachbarschaftsstreit aus.

FBI eröffnet parallele Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "isolierten Fall" ohne weiterreichende Bedeutung. Die US-Bundespolizei FBI, die sich öfter mit Hassverbrechen befasst, eröffnete am Donnerstag parallele Ermittlungen.

Muslimische Einwohner von Chapel Hill äusserten die Sorge, dass sich durch das Verbrechen die Spannungen verschärfen. "Es schürt bereits die Angst. Ich habe dutzende Anrufe erhalten", sagte der Direktor des Rats für Amerikanisch-Islamische Beziehungen, Nihad Awad.

Der Bruder des getöteten Studenten, Farris Barakat, hatte zuvor zur Ruhe aufgerufen. "Bekämpft Feuer nicht mit Feuer", sagte Barakat bei einer Gedenkfeier vor der Beerdigung.

Im Internet wurde kritisiert, dass die US-Medien erst spät über ein mögliches rassistisches Motiv berichtet hätten, während bei Angriffen von Muslimen schnell über islamistische Motive spekuliert werde.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte bei einem Besuch in Mexiko, dass weder US-Präsident Barack Obama noch andere Politiker sich bisher zu den Morden geäussert hätten.

(flok/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten Mann aus Eglisau getötet zu haben. mehr lesen 
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen Formen der Sklaverei. Die Zahl liegt deutlich höher als die 2014 gezählten 35,8 Millionen. mehr lesen  
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ... mehr lesen  
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Weitere Verdächtige werden gesucht  Rio de Janeiro - Bei ihren Ermittlungen zur Gruppenvergewaltigung einer 16-Jährigen hat die ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 2°C 6°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee Wolkenfelder, Flocken
Basel 4°C 7°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken wechselnd bewölkt
St. Gallen 1°C 4°C Schneeschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Bern 3°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken freundlich
Luzern 4°C 5°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Genf 3°C 7°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee freundlich
Lugano 4°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/seminar.aspx?ID=307&lang=de