95 Prozent aller Musik-Downloads sind illegal
publiziert: Sonntag, 18. Jan 2009 / 17:27 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 18. Jan 2009 / 18:50 Uhr

London - Rund 95 Prozent der Musik, die im Internet heruntergeladen wird, ist illegal. Das Volumen der von Nutzern unautorisiert erworbenen Titel im Jahr 2008 beläuft sich auf geschätzte 40 Mrd. Einzeltracks.

Die Musikwirtschaft: «Online-Piraterie bleibt die grosse Herausforderung».
Die Musikwirtschaft: «Online-Piraterie bleibt die grosse Herausforderung».
8 Meldungen im Zusammenhang
Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt der heute, Freitag, veröffentlichte «Digital Music Report» des Internationalen Phonoindustrieverbandes (IFPI). Demnach sind die Einnahmen der Musikindustrie aus digitalen Verkäufen über Online-Musikdienste im vergangenen Jahr zwar weltweit um 25 Prozent auf 3,7 Mrd. Dollar gestiegen.

Gegenüber den Vorjahren hat sich das Wachstum in diesem Bereich aber deutlich verlangsamt. Insgesamt gerechnet gingen die Umsätze am Musikmarkt laut IFPI im vergangenen Jahr gegenüber 2007 um sieben Prozent zurück.

Autoren und Künstler gehen leer aus

«Online-Piraterie bleibt auch weiterhin die grosse Herausforderung für die Musikindustrie. In einem Markt zu bestehen, wo 95 Prozent der Musik illegal heruntergeladen wird, ist eine schwierige Aufgabe», erklärt Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbandes der Österreichischen Musikwirtschaft.

Autoren, Künstler und Labels würden dabei leer ausgehen. Ein Ausgleichen der auf diese Weise zu Stande kommenden finanziellen Verluste durch das aktuelle Wachstum im digitalen Musikmarkt sei in Anbetracht der hohen Piraterie-Rate jedenfalls nicht zu erwarten.

Schwierige Rahmenbedingungen

«Bei 40 Mrd. illegal verbreiteten Files sind die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des digitalen Musikmarktes extrem schwierig. Der Wert der unlizenzierten Musik-Files übersteigt die legalen Umsätze von weltweit 3,7 Milliarden Dollar bei weitem», beschreibt Medwenitsch die aktuelle Situation.

Angetrieben wird das Wachstum am digitalen Musikmarkt dabei nicht nur von dem weiterhin starken Einzeltrackgeschäft, das im vergangenen Jahr weltweit um 24 Prozent auf 1,4 Mrd. verkaufte Einheiten zulegen konnte. Auch im Bereich der Albenverkäufe lässt sich im Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von 36 Prozent verzeichnen.

Grosser Wachstumsmotor

«Neue Online- und Mobile-Musikangebote sind der Wachstumsmotor des Musikmarkts. Kundenfreundlichkeit, jederzeitige Verfügbarkeit, individuelle Auswahl, einfacher Zugang und multiple Verwendbarkeit auf verschiedenen Abspielgeräten sind die Hauptfaktoren für den Erfolg digitaler Musikservices», fasst Medwenitsch zusammen.

Insgesamt gesehen würde der Bereich Digital Sales mittlerweile bereits 20 Prozent der globalen Musik-Umsätze ausmachen. «Die USA sind dabei mit 40 Prozent führend, in Taiwan und Korea haben Digital Sales die klassischen Tonträgerverkäufe bereits überholt», merkt Medwenitsch an.

Alternative Geschäftsmodelle

Um mit den veränderten Marktbedingungen zurechtzukommen, hat sich die Musikindustrie in den vergangenen Jahren verstärkt darum bemüht, neue alternative Geschäftsmodelle für sich nutzbar zu machen.

«Neben den klassischen Digital Sales - á la carte Downloads z.B. von Apples iTunes - werden Business-to-Business-Vereinbarungen zwischen den Musiklabels und Netzbetreibern, Handyherstellern oder Internet Service Providern, Pay-TV-Anbietern sowie Mobile-TV-Partnern immer häufiger.

Strategisches Marketing und Content-Lizenzierung gewinnen an Bedeutung», schildert Medwenitsch und verweist dabei auf Nokias «Comes With Music»-Dienst, der seinen Nutzern ein Jahr lang Zugriff auf den kompletten Bestand von Mio. von Musiktiteln ermöglicht.

(tri/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lüneburg - Innovative Start-ups zeigen der Musikindustrie Wege auf, neue Einnahmequellen zu erschliessen. mehr lesen
Das Modell Musikstreaming wird auch auf mobilen Geräten immer beliebter.
Rekordstrafe gegen einen Studenten. (Symbolbild)
Washington - Ein Bundesgericht im US-Staat Massachusetts hat die Rekordstrafe gegen einen Studenten bestätigt, der sich 30 Songs ... mehr lesen
Paris - Die französische Nationalversammlung hat ein Gesetz verabschiedet, das illegales Herunterladen mit dem Entzug des ... mehr lesen
Zahlreiche technische Fragen sind noch ungelöst.
«Pirate Bay» gilt als eine der grössten Internet-Tauschbörsen der Welt.
Stockholm - Der Prozess gilt als wegweisend: Darf die schwedische Tauschbörse «Pirate Bay» es Internet-Nutzern ermöglichen, ... mehr lesen
New York - Der US-Musikmarkt, der grösste der Welt, hat im vergangenen Jahr seinen Sinkflug nicht stoppen können. Der Anstieg ... mehr lesen
Lil Waynes «Tha Carter III» war 2008 des meistverkaufte Album in den USA.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Dublin/Berlin - Die vier grossen Majorlabels EMI, Universal, Warner und Sony BMG haben in einem gemeinsamen Vorstoss den ... mehr lesen
Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie in Berlin.
Für jeden illegal weitergegebenen Song droht 9000 Dollar Strafe.
Chicago - Hohe Geldstrafe im ersten Prozess in den USA wegen Musikpiraterie im Internet: Eine 30-jährige Frau muss 220'000 Dollar ... mehr lesen
Ein 25-jähriger Raubkopierer gestand vor dem Gericht im mittelenglischen Wolverhampton, Kopien des Films «Fast & Furious 6» illegal verteilt zu haben. (Symbolbild)
Ein 25-jähriger Raubkopierer gestand vor dem ...
Kriminalität  London - Ein britischer Raubkopierer muss 33 Monate ins Gefängnis, weil er den US-Actionfilm «Fast & Furious 6» heimlich abgefilmt und ins Internet gestellt hat. Wie britische Medien berichteten, wurde die illegale Kopie des Streifens 779'000 Mal kostenfrei heruntergeladen. 
Nutzer sind verärgert  San Francisco - Das Videoportal Twitch hat seine Plattform um ein neues Feature, ein Audio-Erkennungssystem, erweitert.
Videos mit Musik von Dritten werden bei Twitch künftig stummgeschaltet. (Symbolbild)
Microsoft präsentiert Twitch für die Xbox One an der E3 2013.
Google übernimmt Twitch wohl für 1 Mrd. Dollar Google, der dank YouTube grösste Videoanbieter im Internet, soll sich die Streaming-Plattform Twitch für eine Milliarde ...
Produktionen wie z.B. «Game of Thrones» beenden ihre Staffeln an der spannendsten Szene und lassen die Fans für einige Monate im Ungewissen.
Spoiler im sozialen Netz rauben Fans Spannung  Sydney - Australier greifen vermehrt auf Piraterie-Websites wie torrent zurück, weil sie keine Möglichkeit haben, ihre ...  
Das gekrümmte OLED-Gerät lockt mit extravagantem Kristall-Design.
eGadgets LG trumpft mit Swarovski-Fernseher auf Seoul - LG Electronics will bei der IFA Berlin mit ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 7°C 13°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 6°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 9°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 7°C 19°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 9°C 17°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 12°C 20°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 16°C 26°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten