Lasarenko wegen Geldwäscherei verurteilt
publiziert: Samstag, 26. Aug 2006 / 11:40 Uhr

Los Angeles - Der ehemalige Regierungschef der Ukraine, Pavel Lasarenko, ist in den USA zu einer Gefängnisstrafe von neun Jahren verurteilt worden.

Pavel Lasarenko.
Pavel Lasarenko.
Schuldig befunden wurde er der Geldwäscherei.Lasarenko muss ausserdem zehn Millionen Dollar (12,4 Mio. Franken) Strafe zahlen und wird nach seiner Freilassung aus der Haft drei weitere Jahre überwacht, wie die Staatsanwaltschaft in San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien mitteilte.

Ein US-Gericht legte das Strafmass fest, nachdem ein Geschworenengericht Lasarenko bereits 2004 für schuldig befunden hatte, sich während seiner Zeit als Ministerpräsident von 1996 bis 1997 um Millionen von Dollar bereichert und das Geld über geheime Konten in der Schweiz und in Antigua in die USA gebracht zu haben.

In der Schweiz festgenommen

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm im Verfahren vorgeworfen, während seiner Regierungszeit 60 Millionen Dollar beiseite geschafft zu haben. Seine Verteidiger hatten vergeblich versucht, das Gericht davon zu überzeugen, dass es für einen Politiker in der Ukraine in der damaligen nach-kommunistischen Zeit zulässig war, hohe Beträge auf die Seite zu schaffen.

Lasarenko war Anfang Dezember 1998 wegen mutmasslicher Veruntreuung von öffentlichen Geldern und Geldwäscherei in der Schweiz festgenommen worden. Einige Tage später wurde er nach Bezahlen einer Kaution von vier 4 Mio. Franken wieder auf freien Fuss gesetzt.

Konten eingefroren

In den USA wurde Lasarenko im Februar 1999 erneut festgenommen. Die Schweiz verlangte seine Auslieferung und fror im September 1999 Lasarenkos Schweizer Konten ein. Im Juni 2000 schliesslich verurteilte die Genfer Justiz den Ex-Premier in Abwesenheit wegen Geldwäscherei zu einer bedingten Haftstrafe von 18 Monaten.

Im Zusammenhang mit dem Lasarenko-Urteil wurden 10,5 Mio. Franken, die auf Schweizer Banken lagen, an die Ukraine zurück erstattet.

(ht/sda)

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