Initiative
Massnahmen gegen Hausärztemangel
publiziert: Donnerstag, 13. Jun 2013 / 10:00 Uhr
Initianten der Volksinitiative «Ja zur Hausarztmedizin». (Archivbild, 2011)
Initianten der Volksinitiative «Ja zur Hausarztmedizin». (Archivbild, 2011)

Bern - Der Nationalrat will den Gegenvorschlag zur Hausarztinitiative noch nicht unter Dach bringen. Er hat entschieden, an seiner Version festzuhalten. Dies vor allem aus taktischen Gründen: Die Politik will Zeit gewinnen.

7 Meldungen im Zusammenhang
Wichtiger als ein neuer Verfassungsartikel ist in den Augen vieler der «Masterplan Hausarztmedizin», den Gesundheitsminister Alain Berset lanciert hat. Der Plan beinhaltet konkrete Massnahmen zur Stärkung der Hausärztinnen und Hausärzte, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung.

Damit die Hausärzte nicht mehr so viel weniger verdienen als die Spezialisten, soll das Tarifsystems TARMED revidiert werden. In diesem Punkt ist allerdings noch keine Einigung erzielt worden.

Die Frage der Entschädigung sei aber entscheidend, sagten die Rednerinnen und Redner im Nationalrat. Nur wenn dieser Punkt geregelt sei, könnten die Initianten ihr Begehren zurückziehen. Gesundheitsminister Alain Berset stellte Entscheide bis im Herbst in Aussicht.

Dem Masterplan eine Chance geben

Aus Sicht der Mehrheit im Nationalrat sollten die Räte deshalb abwarten. Der Masterplan hänge eng mit der Initiative zusammen, sagte Barbara Schmid-Federer (CVP/ZH). Die Initianten sollten ihm eine Chance geben können. Dies könnten sie nicht, wenn die Räte den direkten Gegenvorschlag bereits jetzt verabschiedeten.

Der Nationalrat hielt in der Folge beim Gegenvorschlag an seiner Version fest. Er möchte etwas stärker auf die Forderungen der Hausärzte eingehen und im Gegenvorschlag verankern, dass Bund und Kantone die Steuerungsfunktion der Hausärzte stärken.

Dass die Hausärzte eine solche Funktion haben sollen, war schon in der Managed-Care-Vorlage vorgesehen, welche das Volk abgelehnt hat. Der Ständerat möchte die entsprechende Klausel deshalb streichen. Differenzen gibt es auch noch bei den Formulierungen.

Nein zur Initiative

Einig sind sich die Räte in ihrer Haltung zur Initiative: Sie empfehlen dem Stimmvolk, das Volksbegehren «Ja zur Hausarztmedizin» abzulehnen. Die Mehrheit ist indes der Auffassung, dass es dringend Massnahmen gegen den Hausärztemangel braucht. Deshalb soll dem Volk ein Gegenvorschlag unterbreitet werden.

Die Initiative verlangt eine gezielte Förderung der Hausärztinnen und Hausärzte. Diese sollen in der Regel die erste Anlaufstelle sein für Patienten. Der Bund müsste bei einem Ja Vorschriften erlassen über die Ausbildung, den Zugang zum Beruf und die Abgeltung der Leistungen.

 

(dap/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die medizinische Grundversorgung in der Schweiz soll gestärkt werden. Das ... mehr lesen
Vor allem in ländlichen Gebieten ist die flächendeckende Versorgung nicht überall gewährleistet.
Die Hausarztmedizin ist ein wesentlicher Bestandteil einer guten Grundversorgung.
Bern - Das Parlament hat sich auf ... mehr lesen
Bern - Der Ständerat hält weiterhin an seinem schlanken Gegenvorschlag zur Hausarztinitiative fest. Im Gegensatz zum Nationalrat will er die Steuerungsfunktion der Hausärzte nicht stärken. Die Vorlage geht nun ein letztes Mal zurück in die grosse Kammer. mehr lesen 
Bern - Heute Montag beginnt die ... mehr lesen
Im Bundeshaus läuft was.
Die Kantone sollen so viele Ärztinnen und Ärzte ausbilden müssen, wie in der Schweiz langfristig benötigt werden.
Bern - Die Kantone sollen so viele Ärztinnen und Ärzte ausbilden müssen, wie die Schweiz langfristig braucht. Das fordert eine Volksinitiative mit dem Titel «Mehr Ausbildungsplätze ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Nach der Abstimmungsniederlage vom Wochenende demonstriert ... mehr lesen
Die Hausarztmedizin soll im Gesetz verankert werden.
Die Haus- und Kinderärzte können nichts anfangen mit dem Gegenentwurf zu ihrer Initiative «Ja zur Hausarztmedizin».
Bern - Die Haus- und Kinderärzte ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen 3
Unternehmenssteuerreform  Bern - Zu Beginn der Sommersession am Montagnachmittag beugt sich der Ständerat zum zweiten Mal über die Unternehmenssteuerreform III. Von einer Einigung sind die Räte ... mehr lesen
Ständerat und kleine Kammer kommen zu keinem gemeinsamen Nenner.
Der Bundesrat müsse dafür sorgen, dass sich der Tunnel bezahlt mache.
Gotthard 2016  Altdorf - Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat auf, mit der Verlagerung der Gütertransporte von der ... mehr lesen  
Zustimmung bröckelt  Bern - Bei der Pro-Service-public-Initiative, die von Bundesrat und allen Parteien im Parlament bekämpft wird, zeichnet sich ein offenes Rennen ab. Laut der zweiten SRG-Trendumfrage ist die Zustimmung allerdings gesunken. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 9°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Basel 13°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt
St. Gallen 8°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Bern 11°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt
Luzern 12°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 13°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Lugano 15°C 16°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten