Streubomben töten nach dem Krieg
publiziert: Donnerstag, 2. Nov 2006 / 13:18 Uhr

Bern - Dies weist die nichtstaatliche Organisation Handicap International nach. Sie unterstützt eine Initiative für ein Streubomben-Verbot in der Schweiz.

Auch die Schweiz besitzt grosse Mengen an Streubomben, die einen Selbstvernichtungsmechanismus eingebaut haben.
Auch die Schweiz besitzt grosse Mengen an Streubomben, die einen Selbstvernichtungsmechanismus eingebaut haben.
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Im Vorfeld der UNO-Abrüstungskonferenz in Genf und der Behandlung einer parlamentarischen Initiative von Nationalrat John Dupraz (FDP/ GE) hat Handicap International eine Studie «Tödliche Spur - die weltweiten humanitären Auswirkungen der Streumunition» publiziert. Die Studie wurde auch in Bern präsentiert.

Die Organisation hat 11 044 bestätigte Opferfälle in 24 Ländern und Regionen der Welt analysiert. Nach Ende der Konflikte häuften sich tödliche Unfälle und Verstümmelungen Tag für Tag wie nachträgliche Kriegshandlungen gegen die Bevölkerung, heisst es in der Studie.

98 Prozent der Opfer von Blindgängern waren keine Militärpersonen und nicht Zielscheiben des Konflikts. 27 Prozent davon waren Kinder. Die allermeisten dieser Menschen wurden verletzt oder getötet, als sie an den gewohnten Orten ihrer täglichen Arbeit für den Lebensunterhalt nachgingen.

Die Schweiz verfügt über rund 200 000 Streumunitionssysteme für Panzerhaubitzen und schwere Minenwerfer - so genannte Kanistermunition. Diese Granaten verfügen über Doppelzünder, die bei der 1. Detonation 98 Prozent der Bomblets zur Explosion bringen. Nach der 2. Detonation sollten nur einige Promille zurückbleiben.

Mit der von 42 Nationalratsmitgliedern aus FDP, CVP, SVP, SP und Grünen unterzeichneten Initiative will Dupraz ein Verbot von Streubomben im Kriegsmaterialgesetz (KMG) erwirken. Die Sicherheitspolitische Kommission (SIK) empfiehlt mit 14 zu 9 Stimmen, der Initiative keine Folge zu geben.

Die Kommissionsmehrheit teilt die humanitären Bedenken des Initianten, ist aber der Meinung, dass der zweifache Selbstvernichtungsmechanismus der Schweizer Munition genügt. Zudem hätte ein Vorprellen der Schweiz keinerlei multiplizierende Wirkung wie dies bei den Antipersonenminen der Fall gewesen sei.

(fest/sda)

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