UN-Entwicklungsziele: Durchwachsene Bilanz
publiziert: Samstag, 27. Sep 2008 / 10:00 Uhr

New York - Die Vereinten Nationen (UN) haben eine durchwachsene Halbzeitbilanz zu den bisherigen Fortschritten bei der Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (Millenium Development Goals, MDG) gezogen.

Trotz hochgesteckter UN-Ziele schreitet die Armutsbekämpfung nur langsam voran. (Symbolbild)
Trotz hochgesteckter UN-Ziele schreitet die Armutsbekämpfung nur langsam voran. (Symbolbild)
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Am Donnerstag haben Vertreter aus über 80 Staaten und zahlreichen Organisationen im UN-Hauptquartier in New York über den aktuellen Stand beraten.

Die im Jahr 2000 beschlossenen MDG haben mitunter zum Ziel, die Zahl der in absoluter Armut lebenden Menschen bis 2015 weltweit um die Hälfte zu reduzieren.

Gerade die Bekämpfung von Armut und Hunger hat sich in den vergangenen acht Jahren jedoch als relativ erfolglos erwiesen.

Sowohl die Industriestaaten als auch die Entwicklungsländer selbst «müssen die eingeschlagenen Wege entscheidend verändern», appelliert etwa der Evangelische Entwicklungsdienst (EED).

Korruption nicht im Griff

«Es herrscht grosse Enttäuschung darüber, dass es den meisten Entwicklungsländern bisher nicht gelungen ist, die Art ihrer Regierungsführung zu ändern oder Korruption in den Griff zu bekommen», erklärt Peter Lanzet, Referent für Entwicklungsfinanzierung beim EED, im Gespräch.

Dies sei jedoch notwendig, um Entwicklungszusammenarbeit vernünftig umsetzen zu können. «Darüber hinaus besteht eine Frage des Interesses, in welchem Ausmass die Entwicklungsländer bereit sind, ihre Ressourcen zu fairen Preisen offen zu legen», meint Lanzet.

Endprodukte statt Rohstoffe

Gleichzeitig müssten aber auch die Industrieländer umdenken. So seien die Ressourcen der Entwicklungsländer vonseiten der Industrieländer in Zukunft anders zu bewerten. «Bisher wird ausschliesslich versucht, die Rohstoffe der Entwicklungsländer als Rohstoffe zu exportieren.

Die Industrieländer sollten hingegen das Ziel verfolgen, die Rohstoffe in Form bereits verarbeiteter Endprodukte zu erwerben», unterstreicht Lanzet. Derartige Initiativen würden Arbeitsplätze schaffen und einen wesentlichen Ansatz zur Armutsbekämpfung bilden.

Viele Ziele kaum zu erreichen

Die Halbzeitbilanz der MDG fällt zwar nicht ausschliesslich negativ aus, aus derzeitiger Perspektive rückt ein Grossteil der Ziele jedoch in weite Ferne.

Als positiv sei etwa zu bewerten, dass die Einrichtung von Grundschulen in beinahe allen betroffenen Regionen bereits bei 90 Prozent liegt. Zudem seien die Neuinfektionen und die Todesfälle durch AIDS gesunken und die Schuldenlast der Entwicklungsländer habe von 12,5 Prozent im Jahr 2000 auf 6,6 Prozent im Jahr 2006 abgenommen.

Bis 2015 wird jedoch eine Reihe von MDG nicht erreicht, werden die Anstrengungen dahingehend nicht verstärkt. 2,5 Mrd. Menschen würden noch immer ohne Zugang zu sanitären Anlagen leben, über ein Viertel aller Kinder in Entwicklungsländern sei unterernährt und mehr als 500'000 Mütter sterben jährlich bei der Geburt oder bei Nachfolgekomplikationen.

Geschlechtergerechtigkeit könne in den kommenden sieben Jahren nur in 18 von 113 Staaten hergestellt werden und die Wahrscheinlichkeit, den Anteil jener aus der Bevölkerung auf die Hälfte zu reduzieren, der in der Sub-Sahararegion von weniger als einem Dollar pro Tag leben muss, sei verschwindend gering.

(bert/pte)

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