In Genfer Pärken gilt ab sofort Maulkorbpflicht
publiziert: Montag, 2. Okt 2006 / 15:21 Uhr

Genf - Seit Montag müssen in den meisten Genfer Parkanlagen die Hunde einen Maulkorb tragen. Von der Maulkorbpflicht sind alle Hunderassen betroffen.

Die Genfer Hundefreunde wehren sich mit einer Petition gegen die im August angekündigte Massnahme.
Die Genfer Hundefreunde wehren sich mit einer Petition gegen die im August angekündigte Massnahme.
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Die Maulkorbtragpflicht gilt in rund 70 Pärken des Kantons. Dort muss allen Hunden, ob Schosshündchen oder Kampfhund, ein Maulkorb übergezogen werden. Blaue Schilder mit einem Maulkorb tragenden Labrador machen auf die Vorschrift aufmerksam.

Während dem Chihuahua der Schutz auf der Strasse wieder abgenommen werden darf, müssen die Halter von zwölf als gefährlich eingestuften Hunderassen ihren Tieren überall im öffentlichen Raum den Maulkorb anlegen. Wer gegen das Gebot verstösst, riskiert Bussen zwischen 100 und 60 000 Franken.

Die Genfer Kantonsregierung hatte die Massnahme beschlossen, nachdem im August ein Pitbull ein Kleinkind ins Gesicht gebissen hatte. Umgehend stiess die Regierung damit auf Kritik. «Unverhältnissmässig» und «zu wenig durchdacht» waren noch die milden Einwände.

Stadt gegen Kanton

Nicht zuletzt zeigte der Fall einmal mehr, dass sich der Kanton und die Stadt Genf spinnefeind sind. Mehrmals gerieten sich die Kantons- und die Stadtregierung ins Gehege, als es darum ging, die Liste der Pärke zu erstellen, wo die Maulkorbtragpflicht gilt.

Zuletzt hatte die Stadt vorgeschlagen, die Pflicht in allen Parkanlagen und auf den Seepromenaden einzuführen. Damit hätten die Hunde nur noch auf der Strasse ohne Beissschutz ausgeführt werden dürfen. Dem Kanton ging das dann doch zu weit. Sinn der Massnahme sei nur, dass Familien mit Kindern in den Parkanlagen unbeschwert und ungefährdet spielen könnten, hatte der Staatsrat erklärt.

Die Diskussion um die Maulkörbe wird in absehbarer Zeit nicht abreissen. Die Genfer Tierschutzorganisation (SGPA) und die Genfer Veterinärgesellschaft haben zusammen für eine Petition bereits 20 000 Unterschriften gesammelt.

Die Sammlung sei sehr einfach gewesn, sagte die Präsidentin der SGPA, Frédérique Flournoy, auf Anfrage. Die Petition werde in den nächsten Tagen der Regierung übergeben. In dem Vorstoss bezeichnen die Hundefreunde die Massnahme als «gefährlich und kontraproduktiv». Die Maulkorb-Gegner erklärten, dass sie die Massnahme nötigenfalls bis vor Bundesgericht bekämpfen wollen.

(li/sda)

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