Erkenntnisse über Sprache
«Dialäkt Äpp» gibt Hinweise auf Dialektentwicklung
publiziert: Montag, 11. Jan 2016 / 13:35 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Jan 2016 / 18:23 Uhr
Der Dialekt-App wurde bereits 88'000 mal heruntergeladen.
Der Dialekt-App wurde bereits 88'000 mal heruntergeladen.

Bern - Dank der App, die Schweizerdeutsche Dialekte verortet, konnten Forscher Erkenntnisse über die Dialektentwicklung gewinnen. Nun stellen sie auch ein Pendant fürs Englische vor.

Die Dialäkt-Äpp, die anhand von Aussprache und Begriffsverwendung die Herkunft eines Sprechenden identifzieren kann, erfreut sich in der Deutschschweiz grosser Beliebtheit: 88'000 mal wurde sie heruntergeladen. Mit ihr können die Nutzerinnen und Nutzer zudem Sprachforschern helfen, die Entwicklung von Dialekten nachzuvollziehen.

Ein Team um den Berner Sprachwissenschaftler Adrian Leemann, der die App mitentwickelt hat und inzwischen an der Universität Cambridge forscht, hat kürzlich Ergebnisse aus der Schweizer Dialektstudie veröffentlicht. Demnach sind phonetische Variablen - wie «schneie» oder «schniie» - über die Zeit stabiler als lexikale, also ob man für Apfelüberresten «Bütschgi» oder «Gröibschi» sagt.

Die App verortet den Dialekt der Nutzerin oder des Nutzers anhand von 16 Fragen zu Aussprache oder Begriffsverwendung. Zusätzlich ermunterte die App zu Sprachaufnahmen, welche man der Forschung zur Verfügung stellen kann. Ihre Studie, die im Fachjournal «PLOS ONE» erschienen ist, konnten die Wissenschaftler somit auf die Daten von fast 60'000 Teilnehmenden stützen.

Schweizer Idee auch für England

Nun soll eine Variante fürs Englische an der Erfolg der Dialäkt-Äpp anschliessen, wie die Universität Bern am Montag mitteilte. 26 Wörter braucht die neue App «English Dialects», um den regionalen Akzent der Nutzerin oder des Nutzers zu erkennen.

Wie bei der Deutschschweizer Variante können die Nutzer zwischen verschiedenen Aussprachemöglichkeiten oder Begriffsvarianten wählen, sowie Sprachaufnahmen machen. Je mehr Nutzerinnen und Nutzer mitmachen, desto präziser werde die App Dialekte erkennen können, schrieb die Universität Bern.

Sprachforscher der Universitäten Bern und Cambridge möchten damit nachvollziehen, wie sich die verschiedenen englischen Dialekte im 21. Jahrhundert verändert oder ausgebreitet haben, und welche verschwunden sind.

Dialektentwicklung im 21. Jahrhundert

Bei diesem Projekt stützten sich die Forschenden auf die erste grossflächige Bestandsaufnahme englischer Dialekte von vor über 60 Jahren. Diese Daten wurden an rund 300 Orten in England und hauptsächlich bei Bauern erhoben.

«Wir hoffen, dass die App die Begeisterung der Leute für Dialekte nutzen kann und uns so ermöglicht, ein aktuelleres Bild davon zu zeichnen, wie die englischen Dialekte landesweit verbreitet sind», liess sich David Britain von der Universität Bern in der Mitteilung der Hochschule zitieren. Sein Team entwickelte die App gemeinsam mit Forschenden der Universitäten Zürich und Cambridge.

Die Dialektforschung mittels Smartphone habe neue Horizonte für die Analyse von Sprachveränderungen eröffnet, sagte der ebenfalls an der neuen App beteiligte Leemann. Die App «English Dialects» ist kostenlos im AppStore und in Google Play erhältlich.

Dialäkt Äpp bei iTunes
Adrian Leemans App English Dialects bei Google Play
Adrian Leemans App English Dialects bei iTunes

(sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Nicht nur im medizinischen Bereich finden CBD Produkte Akzeptanz.
Nicht nur im medizinischen Bereich finden CBD Produkte Akzeptanz.
Publinews Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich seit Jahren hoher Beliebtheit bei den Deutschen. Der Trend, Nahrungsmittelergänzungsmittel zu verwenden, stammt aus den USA. In den USA finden sie bereits seit Jahren regelmässigen Einsatz und werden täglich benutzt. mehr lesen  
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt ... mehr lesen  
-
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der ... mehr lesen  
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen ... mehr lesen  
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich -2°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Basel -1°C 14°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
St. Gallen 0°C 11°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
Bern -2°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Luzern 0°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
Genf 2°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 2°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten