Fehlende Rentabilität
Energiekonzerne wollen keine Gaskraftwerke bauen
publiziert: Donnerstag, 19. Apr 2012 / 15:38 Uhr
Erfahrungen im Ausland sind eher negativ zu bewerten. (Symbolbild)
Erfahrungen im Ausland sind eher negativ zu bewerten. (Symbolbild)

Bern - Um den Atomausstieg zu schaffen, setzt der Bundesrat auch auf Gaskraftwerke. Doch die drei grossen Schweizer Energiekonzerne Axpo, Alpiq und BKW zeigen kein Interesse. Sie zweifeln, ob ein Gasgaskraftwerk rentabel betrieben werden könnte.

10 Meldungen im Zusammenhang
«Zuerst müssen sich die politischen Rahmenbedingungen ändern - insbesondere die Kompensationsregeln», sagte Sebastian Vogler, Sprecher der bernischen BKW am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Vorher sei es in der Schweiz nicht möglich, ein Gaskraftwerk wirtschaftlich zu betreiben.

Die Kompensationsregeln stehen im CO2-Gesetz und sollen helfen, dass die Schweiz ihre Klimaziele erreicht: Von Gaskraftwerken ausgestossenes CO2 muss vollständig kompensiert werden, und zwar mindestens zur Hälfte im Inland. «Es sollte möglich sein, mehr in Ausland zu kompensieren», wiederholte Vogler eine Forderung der Strombranche.

Die BKW hatte im Jahr 2009 ein fortgeschrittenes Projekt für den Bau eines Gaskombikraftwerkes bei der Papierfabrik Utzenstorf BE sistiert. Bis auf Weiteres würden diese Unterlagen in der Schublade bleiben, sagte Vogler. Ändern könnte dies allenfalls ein Anschluss an das europäische Emissionshandelssystem (ETS).

Ein solcher Anschluss ist in der am Mittwoch vom Bundesrat vorgestellten Energiestrategie 2050 vorgesehen. «Es ist nun am Bundesrat zu handeln», sagte Vogler.

Lockerung der Inlandkompensation

Im europäischen Emissionshandelssystem können CO2-Emissionen durch die Ersteigerung von Emissionsrechten abgegolten werden. Der entscheidende Punkt: Die Abgeltung via Emissionsrechte müsste als Inlandkompensation gelten können. Axpo-Sprecher Erwin Schärer sagte auf Anfrage dazu: «Die Schweizer Energieunternehmen erhielten so die gleichen Bedingungen wie die Unternehmen in der EU.»

Generell halte sich die Axpo alle Optionen zur Stromerzeugung offen, auch den Bau von Gaskraftwerken, sagte Schärer. Die Axpo ist bereits an Gaskombikraftwerken in Italien beteiligt. Diese laufen allerdings nicht immer auf Vollleistung. In der Schweiz hatte die Axpo im Jahr 2007 Pläne für Gaskraftwerke zurückgestellt.

Durchzogene Erfahrung im Ausland

Zurückhaltung zeigt auch Alpiq. Der Energiekonzern ist ebenfalls an mehreren Gaskraftwerken im Ausland beteiligt. Und es sind die dort gemachten Erfahrungen, das Unternehmen skeptisch stimmen: «In Westeuropa haben wir Konkurrenz von den erneuerbaren Energien bekommen», sagte Firmensprecher Martin Stutz.

Vorangetrieben wird in der Schweiz zurzeit nur ein Gaskombikraftwerk-Projekt. Die Westschweizer EOS Holding will das ehemalige Ölkraftwerk Chavalon im Unterwallis in ein Gaskraftwerk mit einer Leistung von rund 400 Megawatt umbauen. Insgesamt sollen eine Million Personen mit Strom versorgt werden können.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Granges-Paccot FR - Der Westschweizer Energiekonzern Groupe E ist 2012 ... mehr lesen
Groupe E ist in die roten Zahlen gerutscht.
Das Gaskraftwerk Chavalon nimmt eine weitere Hürde.
Bern - Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Betreiberin des geplanten Gaskombikraftwerks Chavalon in ... mehr lesen
Bern - Der Energiekonzern BKW hat im ersten Halbjahr 2012 trotz Preisdruck den Gewinn um rund ein Viertel auf 112,3 Mio. Fr. gesteigert. Auch der Betriebsgewinn vor ... mehr lesen
Für das zweite Halbjahr erwartet BKW ein unverändert anspruchsvolles Marktumfeld. (Archivbild)
Granges-Paccot - Der Westschweizer Energiekonzern Groupe E hat am Montag ein Baubewilligungsgesuch für ein ... mehr lesen
Kombinationskraftwerk in der Nähe von Dortmund. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Für ein Gelingen der Energiewende brauche es die Städte und Gemeinden, halten Städteverband und Gemeindeverband ... mehr lesen 2
Es brauche einen ganzheitlichen Ansatz.
Bern - Für den Bundesrat halten sich die volkswirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des Atomausstiegs in Grenzen. Der Atomausstieg sei machbar und könne ohne Planwirtschaft realisiert werden, sagte Umwelt- und Energieministerin Doris Leuthard am Mittwoch vor den Medien. mehr lesen  24
Bern - Der Ständerat will trotz Energiewende und Scheitern der internationalen Klimaverhandlungen an den ... mehr lesen
Kühlturm eines Gaskraftwerks.
Professionelle Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Windkraft, Pho ...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke ...
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der Ständerat ist am Dienstag auf die Linie des Nationalrats eingeschwenkt. mehr lesen 
Treffen der deutschsprachigen Umweltminister  Melk - Die Umweltministerinnen und -minister der deutschsprachigen Länder haben sich nach einem Treffen in Österreich für die Forcierung ... mehr lesen  
Im Mittelpunkt steht die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris.
Schweiz produziert wenig Strom aus erneuerbaren Energien Zürich - Kein Nachbarland und nur vier von 29 untersuchten europäischen Staaten produzieren ...
Die Schweiz liegt auf dem europäischen Ranking auf Platz 25.
Titel Forum Teaser
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
  • Pacino aus Brittnau 731
    Weltweiter Rechtsrutsch . . . . . . weil es die Grünen und die Linken mit ihrer endlosen ... Mo, 30.05.16 13:29
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 20°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten