Rebekah Brooks muss vor Gericht
Ex-Pressesprecher von Cameron und Rebekah Brooks angeklagt
publiziert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 17:14 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 17:33 Uhr
Rebekah Brooks, Ex-News of the World-Chefredakteurin muss vor Gericht.
Rebekah Brooks, Ex-News of the World-Chefredakteurin muss vor Gericht.

London - Im Abhör-Skandal um das britische Skandalblatt «News of the World» ist der frühere Pressesprecher des britischen Premierministers David Cameron, Andy Coulson, angeklagt worden. Wie die Staatsanwaltschaft in London mitteilte, wurde gegen insgesamt acht Verdächtige Anklage erhoben.

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Unter ihnen befindet sich auch die langjährige Vertraute von Medienzar Rupert Murdoch, Rebekah Brooks. Während der Zeit von Brooks und Coulson als Chefredaktoren der inzwischen eingestellten Boulevardzeitung sollen Journalisten des Blatts die Telefone zahlreicher Prominenter und Politiker abgehört und Polizisten bestochen haben.

Allen acht Verdächtigen wird vorgeworfen, zwischen Oktober 2001 und August 2006 unter anderem am Abhören von Telefonen beteiligt gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass mehr als 600 Opfer, darunter die Hollywoodstars Brad Pitt und Angelina Jolie, betroffen waren.

Beim Murdoch-Blatt «News of the World» waren über Jahre unter anderem Handy-Anrufbeantworter angezapft worden, darunter auch die eines jungen Mordopfers und Prominenter.

Das Blatt war im Zuge des Skandals vor einem Jahr eingestellt worden. Es gehörte wie auch die «Sun» und die «Times» zu News International, dem britischen Arm des Murdoch-Konzerns News Corporation.

In der Abhör-Affäre war auch Premierminister Cameron unter Druck geraten. Er hatte den früheren Chefredaktor der «News of the World», Coulson, eingestellt, obwohl dieser wegen des Skandals hatte zurücktreten müssen. Brooks gilt als persönliche Freundin von Cameron.

Verschleierung von Straftaten

Gegen Brooks und fünf weitere Beschuldigte, darunter Brooks' Ehemann Charlie, einen Schulfreund Camerons, hatte die Staatsanwaltschaft bereits Mitte Mai erste Anklagen wegen versuchter Verschleierung von Straftaten erhoben.

Es besteht der Verdacht, dass alle sechs Angeklagten die Aufklärung des Skandals zu verhindern versuchten, indem sie kistenweise Dokumente beiseite schafften. Die neuen Anklagen beziehen sich auf die Abhöraktionen selbst.

Oberstaatsanwältin Alison Levitt begründete die Anklageerhebungen vom Dienstag im britischen Fernsehen mit einem «öffentlichen Interesse» an den Vorgängen.

Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Affäre bisher mehr als 70 Verdächtige festgenommen. Eine von Cameron eingesetzte Untersuchungskommission zur Medienethik soll begleitend zu den Ermittlungen bis zum Jahresende einen Bericht über die Vorgänge vorlegen.

Murdoch auf dem Rückzug

Der 81 Jahre alte Murdoch hatte vergangene Woche bekanntgegeben, den Aufsichtsrat von News International sowie weitere Positionen bei seinen Zeitungstiteln zu verlassen. Das sei Teil der Neuordnung von News Corp., hatte es geheissen.

Der Konzern soll innerhalb des kommenden Jahres in das profitablere Film- und Fernsehgeschäft und das zuletzt schrumpfende Verlagsgeschäft aufgespalten werden.

(fest/sda)

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