Obamas Rentenfonds investiert in Romney-Freund
publiziert: Freitag, 19. Okt 2012 / 18:19 Uhr / aktualisiert: Samstag, 20. Okt 2012 / 12:46 Uhr
Ob genau diese Aufdeckung Obama zum Verhängnis wird? (Archivbild)
Ob genau diese Aufdeckung Obama zum Verhängnis wird? (Archivbild)

New York/Berlin - Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf ist um eine Kontroverse reicher. Grund dafür ist Barack Obamas Pensionsfonds. Dieser investiert nämlich in eine Reihe von Firmen, die nicht unbedingt zu dem Bild des Demokraten passen.

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Besonders pikant: In dem besagten Portfolio befindet sich auch das Unternehmen Las Vegas Sands Corporation des Casinomagnaten Sheldon Adelson. Der Milliardär ist ein Freund Romneys und hat erst unlängst angekündigt, den Republikanern 100 Mio. Dollar zu spenden, um Obamas Wiederwahl zu verhindern.

Gegenangriff von Romney

Stein des Anstosses war Romneys Seitenhieb in Richtung des Präsidenten im Zuge des zweiten TV-Duells. Der Republikaner fragte Obama, ob er sich schon einmal seinen Pensionsfonds angesehen hätte. Dieser konterte: «Ich schaue mir meine Pension nicht an. Sie ist nicht so gross wie Ihre.» «Sie haben ebenfalls Investments in chinesischen und anderen Firmen ausserhalb der USA», so Romneys Vorwurf.

In Obamas Pensionsfonds befinden sich laut Schätzungen 50.000 bis 100.000 Dollar, die er in seiner Zeit als Senator von Illinois verdient hat. Dies entspricht jedoch nur einem Bruchteil von Romneys investierten Summen. «Romney versucht damit, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Er will seinen Ruf als marktradikalen Millionär ablegen und Obama mit seinem Pensionsfonds in ein schlechtes Licht rücken», erklärt ein Politik-Experte im Gespräch mit pressetext.

Investitionen vs. Überzeugung

Ob er damit an Glaubwürdigkeit gewinnt, ist unklar. Fest steht, dass Fondsbesitzer ihre Investitionen nicht selbst verwalten, sondern eigenen Fondsmanagern überlassen. Ausgewogenheit und Diversifikation ist in finanztechnischer Hinsicht für ein Portfolio durchaus ratsam. Chinesische Firmen und der besagte Casino-Konzern sind allerdings nicht die einzigen Unternehmen, die in den Augen so mancher einen faden Beigeschmack hinterlassen. In dem Investmentmix des Präsidenten befindet sich auch Domino's Pizza.

Der Gründer des Fast-Food-Imperiums, Tom Monaghan, ist strenggläubiger Katholik und setzt sich öffentlich und finanziell stark für ein Abtreibungsverbot ein. Dies steht im krassen Gegensatz zu Obamas politischen Überzeugungen. Weiters investiert er mit seinem Fonds in Amerikas grösste profitorientierte Universität DeVry Inc., während gleichzeitig immer mehr Studenten ihren Krediten nicht mehr nachkommen. Auch der Erdöl-Dienstleister Halliburton ist dabei, dem der republikanische Vizepräsident Dick Cheney vorstand.

Latinos immer wichtiger

Der Wahlkampf um den Sitz im Weissen Haus ist in die Zielgerade eingebogen und das Ergebnis scheint weiterhin offen. Angesichts der schlechten Lage der US-Wirtschaft ist es für den USA-Kenner erstaunlich, dass Obama so gut im Rennen ist. «Neben Obamas rhetorischen Fähigkeiten sind es vor allem die Schwächen seines Herausforderers, die ihm in die Karten spielen. Romney hat über den gesamten Wahlkampf hinweg nicht erkannt, welch bedeutende Rolle der lateinamerikanischen Wählerschaft zukommt», so der Experte. Er geht davon aus, dass die Latinos zu einer der wichtigsten Kernwählergruppen der Zukunft aufsteigen werden.

(knob/pte)

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