Schweizer haben abgestimmt: Zweimal Nein und einmal Ja
publiziert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 14:02 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 17:31 Uhr
Die Lungenliga-Initiative «Schutz vor Passivrauchen» verlangte für Rauchverbote schweizweit einheitliche Regeln.
Die Lungenliga-Initiative «Schutz vor Passivrauchen» verlangte für Rauchverbote schweizweit einheitliche Regeln.

Bern - Rauchen soll nicht komplett aus den Restaurants verbannt werden. Volk und Stände haben der Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen», die das Rauchen in allen öffentlich zugänglichen Räumen verbieten wollte, eine Absage erteilt. Rund 66 Prozent der Stimmenden sagten Nein.

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Das Schweizer Stimmvolk gewichtet die Wahlfreiheit des Einzelnen höher als den Schutz der Gesundheit. Rund 1'437'600 Stimmberechtigte legten ein Nein ein zur Initiative, die ein schweizweit einheitliches Rauchverbot festschreiben wollte. Rund 741'200 Stimmende sagten Ja. Nun können jene 18 Kantone, die bediente Raucherabteile oder sogar Raucherbeizen erlauben, ihre Gesetze belassen.

Selbst die Kantone mit den zurzeit strengsten Anti-Rauchergesetzen lehnten das Volksbegehren mehrheitlich ab. Sie zeigten in der Tendenz aber noch am ehesten Verständnis für das Anliegen der Initianten um die Lungenliga. So lag der Nein-Stimmenanteil in beiden Basel, Neuenburg oder der Waadt unter 65 Prozent. Und Genf sagte als einziger Kanton sogar knapp Ja.

Am deutlichsten gegen das einheitliche Rauchverbot sprachen sich die Urner mit einem Nein-Stimmenanteil von 77,9 Prozent aus. Auch in anderen Innerschweizer Kantonen wie Nidwalden, Obwalden und Schwyz hatte das Volksbegehren bei Nein-Stimmenanteilen von über 70 Prozent keine Chance.

Knappes Nein zur Eigenmietwert-Initiative

Wohneigentümer müssen den Eigenmietwert weiterhin versteuern - auch wenn sie das Rentenalter erreicht haben. Volk und Stände haben die Initiative "Sicheres Wohnen im Alter" des Hauseigentümerverbandes knapp abgelehnt. 52,6 Prozent der Stimmenden sagten Nein.

Gegen die Initiative sprachen sich rund 1'125'400 Stimmberechtigte aus. Ja sagten 1'013'900 Personen. Am deutlichsten lehnten die Stimmenden in den Kantonen Basel-Stadt und Waadt das Volksbegehren ab, mit einem Nein-Stimmen-Anteil von jeweils rund 64 Prozent.

Am meisten Zustimmung erhielt die Initiative in den Kantonen Glarus und Schaffhausen mit über 55 Prozent. Ja sagten auch die Kantone Aargau, Thurgau, Solothurn, St. Gallen, Schwyz, Appenzell Ausserrhoden, Tessin sowie - als einziger Westschweizer Kanton - Genf. In der Mehrheit der Kantone resultierte jedoch ein Nein.

Damit hat das Stimmvolk in diesem Jahr bereits die zweite Initiative des Hauseigentümerverbandes (HEV) abgelehnt - und die dritte, die steuerliche Begünstigungen für Wohneigentümer verlangte.

Deutliche Zustimmung zur Musikförderung

Die Musik erhält ihren Platz in der Verfassung. Das Stimmvolk hat mit 72,7 Prozent Ja-Stimmen die Musikbildungsförderung durch den Bund un die Kantone wie erwartet deutlich gutgeheissen. Bund und Kantone müssen nun den Zugang zur Musik verbessern.

In allen Kantonen hiessen die Stimmenden den Bundesbeschluss über die Jugendmusikförderung mit über 55 Prozent gut. Am höchsten fiel die Zustimmung in den beiden Stadtkantonen Genf und Basel-Stadt mit jeweils 82 Prozent Ja-Stimmen aus.

 

(fest/sda)

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Falsch
Minarett war falsch
Steuererleichterungen Merz war falsch
Schengen war falsch
Eigenmietwert (die Alte) war falsch

Ausschaffung war richtig, bis auf den schludrigen Text ohne klare Linien.
Warum?
Nennen Sie mir eine Abstimmung der letzten 5 Jahre, welche in die falsche Richtung rausgekommen ist, ausser die Minarett und Ausschaffung (meine Meinung).
Danke.

PS: ich meine nationale Abstimmung
Ich bin zufrieden
Ich hätte aber auch mit einem Ja leben können. So viel hätte sich im Kanton St Gallen ja nicht geändert. Und ich sitze normalerweise im Restaurant im Nichtraucherbereich, obwohl ich Raucher bin. Trotzdem bin ich eigentlich froh das ein nein heraus kam, mit einem leicht schlechten Gefühl. Den mit der Argumentation der Gegner, von wegen persönliche Freiheit, habe ich etwas Mühe. Irgendwie erschliesst sich mir der Zusammenhang mit Freiheit und Rauchen nicht. Ich rauche eigentlich nicht wirklich Freiwillig.... Raucher wissen was ich meine.

Beim Ergebnis der anderen beiden Vorlagen bin ich zufrieden.
Ich habe nicht alle Kommentare gelesen
zu diesem Thema. Drei sind mir einfach aufgefallen.

Ich warte eigentlich schon seit heute Nachmittag auf eine Stellungnahme von Martin oder chachacha (hab ich das jetzt richtig geschrieben?) Kassandra hat ein anderes Thema gefunden.

Und vielen Dank, olaf12, dass Sie als Nichtraucher uns Raucher dermassen verteidigt haben. Ich persönlich und auch Midas, wie ich aus seinem Kommentar unschwer entnehmen konnte, wissen das zu schätzen.
und nun outen sich
die miltantesten der Sorte (wovon es leider mehr als 3 drei gibt) als schlechte Verlierer anstatt den Mehrheitsentscheid zu akzeptieren, denn das Volk hatte wirklich die Schnauze voll von sogenannten selbsternannten Gesundheitsaposteln die aber dann selber keinen Deut besser sind, denn jede Wette dass jeder von denen einen dicken SUV fährt und natürlich im Sommer dauergrilliert und logischerweise in die Ferien fliegt.. im Uebrigen sind mir die Beleidigungen wurscht, solange sie nicht uner die Gürtellline gehen denn damit zeigen die, dass sie keine oder nur sehr wage Argumente dafür hatten und dafür die Quittung kassiert haben
Hab ich mir auch gedacht
Das war jetzt mal ein Vertrauensbeweis, aber dieses Vertrauen müssen wir uns täglich neu verdienen.
Ja Heidi
Für mich gilt leben und leben lassen. Nichtraucher sollen vor Passivrauch geschützt sein aber nicht durch Bevormundung von Anderen.

Bedanken wir uns aber bei allen anderen Nichtrauchern jeweils mit Rücksichtnahme da, wo es sonst noch stören könnte. Ich frage selbst auf einer Aussenterrasse ob es stört, wenn ich sehe dass der Rauch rüberzieht.

Es liegt auch an den Rauchern sich richtig zu verhalten. So gehören Zigarettenstummel nicht auf die Strasse oder auf den Bahnsteig.

Bitte also mehr Gentleman-Raucher!
Je länger
die etwa drei Taliban hier im Forum gleich noch alle anderen Nichtraucher (olaf12 zum Beispiel und keinschaf sind beide Nichtraucher und haben sich als solche zu erkennen gegeben), welche sich für Toleranz auf beiden Seiten einsetzen wollten, richtiggehend beleidigt und zusammen mit uns Rauchern als Kriminelle hingestellt haben, umso sicherer wurde ich, dass diese Initiative abgelehnt werden würde.
Alle Achtung!
Hätte ich nicht erwartet.

Danke dem Stimmvolk für die Abfuhr an die Taliban!
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Ich darf!
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