Skyguide-Prozess: «Keine Regelung der Pause nötig»
publiziert: Dienstag, 15. Mai 2007 / 12:08 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 15. Mai 2007 / 18:38 Uhr

Bülach - Drei Skyguide-Verantwortliche sind zum Auftakt des Strafprozesses um die Verantwortung für den Flugzeug-Crash bei Überlingen (D) vom Bezirksgericht Bülach als erste von acht Angeklagten befragt worden. Sie erklärten sich für nicht schuldig.

Die Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafen von 6 bis 15 Monaten.
Die Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafen von 6 bis 15 Monaten.
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Etwa 40 Medienschaffende und 50 Zuschauerinnen und Zuschauer haben den Prozessbeginn in der Stadthalle Bülach mitverfolgt. Die Gerichtsverhandlung dauert noch bis Ende Monat.

Im Mittelpunkt der Befragungen stand die Praxis, dass in der Nacht nur ein Fluglotse im Einsatz war und sich der zweite Lotse während der verkehrsarmen Zeit ab etwa 23 Uhr im Pausenraum aufhalten konnte.

Die Anklage geht davon aus, dass bei einer Doppelbesetzung in der Unglücksnacht vom 1./2. Juli 2002 der Lotse nicht überfordert gewesen und der Zusammenstoss von zwei Flugzeugen im Bodenseegebiet, der 71 Todesopfer forderte, verhindert worden wäre.

Nächtliche Ein-Mann-Besetzung nun verboten

Die jahrelange Praxis der nächtlichen Ein-Mann-Besetzung bei wenig Verkehrsaufkommen, die nie schriftlich festgehalten wurde, ist nach dem Unglück vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) verboten worden.

Sie hätten nie eine Veranlassung gesehen, die Nachtdienst-Pausenpraxis der Lotsen zu ändern, sagten die drei Angeklagten. Vor den Schranken des Gerichts standen der Chef von Skyguide Zürich, der inzwischen pensionierte Chef der Zürcher Flugverkehrskontrollstelle (ACC) und der Chef Operationen der ACC Zürich. Alle waren einst selbst als Flugverkehrsleiter tätig.

Allen acht Angeklagten wird mehrfache fahrlässige Tötung sowie fahrlässige Störung des öffentlichen Verkehrs vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert für die drei Skyguide-Chefs bedingte Freiheitsstrafen von 15 Monaten. Für die übrigen Angeklagten, die in den nächsten Tagen befragt werden, beantragt die Staatsanwaltschaft Strafen von 6 bis 12 Monaten.

(smw/sda)

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