Nach massiven Protesten
Regierung von Ecuador verhängt Ausnahmezustand
publiziert: Samstag, 3. Feb 2001 / 07:22 Uhr

Quito - Nach tagelangen Protesten gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik hat die Regierung von Ecuador den Ausnahmezustand verhängt.

Präsident Gustavo Noboa wies die Sicherheitskräfte am Freitagabend (Ortszeit) an, die öffentliche Ordnung wieder herzustellen. Zuvor waren Gespräche zwischen Vertretern der Regierung und der Demonstranten gescheitert. Mit Strassenblockaden und Demonstrationen fordern insbesondere Schüler, Studenten und die indianische Urbevölkerung seit Tagen eine Rücknahme der Preiserhöhungen für Gas, Benzin und Transport. Diese Punkte hatte die Regierung für nicht verhandelbar erklärt.

Der Anführer der Indios Ecuadors, Antonio Vargas, kündigte an, dass die Proteste am Samstag mit der Blockade von Strassen und der weiteren Besetzung von Städten verschärft werden sollten. Nach den gewalttätigen Protesten zu Wochenbeginn hatte sich die Lage in Quito am Donnerstag etwas entspannt. Auf den Märkten gab es wieder Lebensmittel, nachdem die Demonstranten zuvor mit landesweiten Strassensperren für empfindliche Versorgungsengpässe gesorgt hatten.

(klei/sda)

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