Vorantreiben der Sozialhilferichtlinien-Revision
Sozialhilferichtlinien legen Augenmerk auf Wohnkosten
publiziert: Freitag, 20. Mai 2016 / 21:39 Uhr / aktualisiert: Freitag, 20. Mai 2016 / 22:01 Uhr
Ein Maximalbetrag für Mietkosten wurde bewusst nicht festgelegt. (Symbolbild)
Ein Maximalbetrag für Mietkosten wurde bewusst nicht festgelegt. (Symbolbild)

Scuol GR - Die Konferenz der Sozialdirektorinnen und -direktoren (SODK) treibt die Revision der Sozialhilferichtlinien voran. So wurden etwa Kriterien für die Eindämmung der Mietkosten formuliert.

2 Meldungen im Zusammenhang
Diese zweite Etappe der Revision der SKOS-Richtlinien genehmigte die SODK an ihrer Jahresversammlung in Scuol GR, wie sie am Freitag mitteilte. Die Anpassung verfolge beispielsweise das Ziel, falsche Anreize - etwa, dass sich Arbeit in manchen Fällen nicht lohnt - zu beseitigen.

Kein eigenes Zimmer

Zudem formulierte die SODK klarere Kriterien, nach denen die Behörden Wohnverhältnisse beurteilen und Obergrenzen bei den Wohnkosten ermitteln können. Präzisiert wurden die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) etwa dahingehend, dass grundsätzlich nicht jedes Kind Anspruch auf ein eigenes Zimmer hat.

Ein Maximalbetrag für Mietkosten wurde aber bewusst nicht festgelegt. Die Mietkosten unterscheiden sich dafür regional zu sehr, wie die SODK festhält.

Zur Arbeitsintegration von Müttern halten die überarbeiteten Richtlinien fest, dass sowohl Mütter als auch Väter spätestens nachdem ihr Kind das erste Altersjahr vollendet hat eine Erwerbsarbeit aufnehmen oder an einer Integrationsmassnahme teilnehmen sollen. Dies unter der Voraussetzung, dass die Kinderbetreuung sichergestellt ist.

Erste Etappe umgesetzt

Eine erste Verschärfung der Richtlinien hatte die SODK in Zusammenarbeit mit der SKOS und dem Gemeinde- und Städteverband bereits im vergangenen Jahr vorgenommen. Der Grundbedarf von Grossfamilien wurde beispielsweise gekürzt, und die Sanktionsmöglichkeiten gegenüber unkooperativen Bezügern wurden verschärft.

Diese Anpassungen sind seit Anfang Jahr in Kraft. 20 Kantone haben sie umgesetzt, «was zur Harmonisierung des Systems beiträgt», wie die SODK schreibt. Bei den übrigen Kantonen besteht kein Handlungsbedarf, da sie bereits vorher strengere Bestimmungen hatten oder der Entscheid zur Umsetzung noch aussteht.

Die SKOS-Richtlinien haben keinen bindenden Charakter, sondern dienen als Empfehlung. An ihnen orientieren sich Sozialämter bei der Berechnung und Handhabung von Sozialhilfe. Um den Kantonen genügend Zeit für die Umsetzung der zweiten Etappe zu geben, gelten die neuen Empfehlungen ab dem 1. Januar 2017.

(kjc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - In Europa nimmt die Armut zu. Dies sei eine Folge von Arbeitslosigkeit und ... mehr lesen
17,2 Prozent der EU-Bevölkerung gelten gemäss der vorgestellten ILO-Studie als arm. (Symbolblld)
Für ältere Menschen steigt das Sozialhilfe-Risiko. (Symbolbild)
Neuenburg - Menschen, die nur die obligatorischen Schulen besucht und keine Ausbildung absolviert haben, haben 2014 häufiger bei der Sozialhilfe vorbeigehen müssen als 2005. Das ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten ... mehr lesen
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum ... mehr lesen  1
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 8°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich stark bewölkt, Regen
Basel 10°C 20°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 14°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
Bern 7°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewittrige Regengüsse
Luzern 6°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewittrige Regengüsse
Genf 7°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen gewittrige Regengüsse
Lugano 11°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten