Tausende irakische Familien geflohen
publiziert: Mittwoch, 31. Mai 2006 / 10:31 Uhr

Bagdad - In den vergangenen drei Monaten haben 17 129 irakische Familien aus Angst um ihr Leben ihre Häuser verlassen.

Die Menschen im Irak suchen die Nähe zu religiös Gleichgesinnten.
Die Menschen im Irak suchen die Nähe zu religiös Gleichgesinnten.
Das berichtete die irakische Zeitung «Al-Bajina Al-Jadida».

Sie berief sich dabei auf Untersuchungen des Ministeriums für Migration in Bagdad.

Daraus geht hervor, dass die überwältigende Mehrheit der Binnenflüchtlinge Gebiete verlässt, in denen sie zur religiösen Minderheit gehören, und sich stattdessen in Städten oder Vierteln ansiedelt, in denen ihre eigene Religionsgruppe die Mehrheit stellt.

Lage eskaliert

Deshalb zog es beispielsweise besonders viele Schiiten nach Nadschaf, Kerbela und Amara. Vor allem seitdem Extremisten am 22. Februar dieses Jahres ein Heiligtum der Schiiten in Samarra teilweise zerstört hatten, ist die Lage eskaliert.

Seither kommt es gerade in Bagdad häufig vor, dass Sunniten und Schiiten nur auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu der jeweils anderen Religionsgruppe ermordet werden.

Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki traf in der südirakischen Hafenstadt Basra ein, um mit den Angehörigen der Parteien, der Provinzverwaltung, den Stammes- und Religionsführern einen Ausweg aus der Krise zu suchen.

In Basra, das vom britischen Militär kontrolliert wird, war es nach der amerikanisch-britischen Invasion 2003 lange Zeit relativ friedlich gewesen. Erst seit einigen Wochen hat die Zahl der Anschläge und Attentate zugenommen.

(rr/sda)

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