Dicke Luft zwischen Minsk und Stockholm
Weissrussland weist Schwedens Diplomaten aus
publiziert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 16:39 Uhr
«Das ist eine kräftige Eskalation durch Präsident Lukaschenko, den offenbar der schwedische Einsatz für Demokratie irritiert», sagte der schwedische Aussenminister Carl Bildt.
«Das ist eine kräftige Eskalation durch Präsident Lukaschenko, den offenbar der schwedische Einsatz für Demokratie irritiert», sagte der schwedische Aussenminister Carl Bildt.

Stockholm - Eine Protestaktion mit Plüschtieren gegen die autoritäre Führung in Minsk hat nun auch zu einem diplomatischen Eklat zwischen Schweden und Weissrussland geführt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Das weissrussische Aussenministerium gab am Mittwoch den Abzug seiner Diplomaten aus Stockholm bekannt. Im Gegenzug forderte Minsk das schwedische Botschaftspersonal auf, bis 30. August das Land zu verlassen, wie das Ministerium mitteilte.

Zuvor hatte der als letzter Diktator Europas kritisierte weissrussische Staatschef Alexander Lukaschenko bereits den schwedischen Botschafter ausweisen lassen. Schweden protestierte dagegen, die EU will nun Schritte gegen Minsk prüfen.

«Rowdy auf diplomatischer Bühne»

«Das ist eine kräftige Eskalation durch Präsident Lukaschenko, den offenbar der schwedische Einsatz für Demokratie irritiert», sagte der schwedische Aussenminister Carl Bildt im Radiosender SR. «Ich sehe, dass Lukaschenko als der Rowdy auftritt, der er ja auch auf diplomatischer Bühne ist.»

Hintergrund des Streits ist der Abwurf Hunderter Teddybären mit Protestlösungen aus einem Kleinflugzeug. An der vom benachbarten Litauen aus gestarteten Aktion sollen schwedische Piloten beteiligt gewesen sein. Der international isolierte Lukaschenko hatte deswegen bereits Luftwaffenchef Dmitri Pachmelkin und General Igor Ratschkowski von den Grenztruppen entlassen.

Die Opposition in Minsk nutzt immer wieder Plüschtiere, weil echten Demonstranten oft brutale Polizeigewalt und Strafprozesse drohen. An den Plüschtieren waren zuletzt Aufrufe für Presse- und Meinungsfreiheit befestigt.

Ermittlungen gegen Teddy-Bilder

Der weissrussische Geheimdienst KGB ermittelt gegen einen weissrussischen Fotografen, der Bilder der Teddys verbreitet haben soll, und gegen einen Makler, der den schwedischen Piloten angeblich eine Wohnung vermietet hat. Ihnen drohen wegen Beihilfe zur Verletzung der Staatsgrenze bis zu sieben Jahre Haft.

Der Intendant des Deutschlandradios, Willi Steul, kritisierte unterdessen nach einer von dem Sender in Köln veröffentlichten Mitteilung, dass Weissrussland der zuständigen Korrespondentin die Einreise verweigere. «Für uns ist die Absage völlig inakzeptabel. Zu transparenten Wahlen gehört freie Berichterstattung», meinte Steul.

Die EU hat wegen der Unterdrückung Oppositioneller Reiseverbote gegen Vertreter des Minsker Machtapparats sowie Sanktionen verhängt. Brüssel prüfe nun, wie auf das Verlangen Weissrusslands nach Schliessung der schwedischen Botschaft in Minsk reagiert werde, sagte ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Minsk - Weil sie eine viel beachtete Protestaktion mit aus der Luft abgeworfenen Teddybären nicht verhindert haben, hat Weissrusslands ... mehr lesen
Staatschef Alexander Lukaschenko warf den Luftwaffenchef kurzerhand raus.
Die EU verstärkt den Druck auf den weissrussischen Premier Lukaschenko.
Warschau - Die EU hat zum Auftakt ihres Gipfeltreffens zur Östlichen ... mehr lesen
Luxemburg - Die EU hat das Einreiseverbot gegen Weissrusslands Präsidenten Alexander Lukaschenko ausgesetzt. Er könne ... mehr lesen
Alexander Lukaschenko: Seine zumeist westlichen Kritiker bezeichnen ihn oft als «Europas letzten Diktator».
Die EZB fürchtet eine negative Inflationsrate.
Die EZB fürchtet eine negative Inflationsrate.
EZB-Vize warnt  Düsseldorf - Der Ölpreisverfall schürt in der Europäischen Zentralbank (EZB) die Furcht vor einem Teufelskreis der Deflation. EZB-Vizechef Vítor Constâncio warnt vor einem möglichen Abrutschen der Preise auf breiter Front. 
Kantonsregierungen sind einverstanden  Bern - Nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative muss der Bundesrat mit der EU über die Anpassung des Freizügigkeitsabkommens verhandeln. Die Kantone unterstützen das Mandat, dass er dazu verabschiedet hat.  
Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (Archivbild)
Schweiz wieder teilweise bei «Horizon 2020» Brüssel - Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat am Freitag in Brüssel das neu ausgehandelte «Horizon 2020»-Abkommen ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2632
    Die... Geldquellen des IS versiegen langsam, da die Raffinerien von der ... heute 16:26
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2632
    Wenn... die russischen Medien sachlich Westpropaganda analysieren und ... heute 13:12
  • jorian aus Dulliken 1534
    Warum Kassandra? Warum schreiben Sie so gerne Verschwörungstheoretiker? Warum wissen ... gestern 03:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    So, Italien will? Ein paar Populisten sind noch lange nicht Italien! Welch ein ... gestern 00:52
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Lieber Heinrich Frei Glauben Sie wirklich, irgend jemand liest all diese Links und dazu noch ... Fr, 19.12.14 21:20
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Glatte Lüge, nun, von Heiligen ist's ja bekannt, dass sie nicht die Wahrheit lieben! ... Fr, 19.12.14 11:23
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Ich würde mich nicht dazu hergeben, an jedem Schweinehund zu lecken! Sorry! Das tun ... Fr, 19.12.14 11:20
  • PioXX aus Orbetello 161
    Das Lecken... ...das habe ich leider einem anderen Schweinehund versprochen! Fr, 19.12.14 09:44
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 0°C 3°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel 0°C 3°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 2°C 4°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 0°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Luzern 4°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 0°C 8°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 11°C 11°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten