Dreifache Niederlage für Links-grün
publiziert: Sonntag, 24. Sep 2006 / 18:44 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Sep 2006 / 07:42 Uhr

Bern - Beim jüngsten Urnengang hat die bürgerliche Einheit gut gespielt; Links-grün stand alleine da und hatte keine Chance.

Röstigraben und ein Stadt-Land-Graben waren feststellbar, aber nicht entscheidend.
Röstigraben und ein Stadt-Land-Graben waren feststellbar, aber nicht entscheidend.
8 Meldungen im Zusammenhang
Zwar sind ein Röstigraben und ein Stadt-Land-Graben feststellbar, aber sie waren nicht matchentscheidend. Alle Kantone und Sprachregionen haben ja gesagt zu den Revisionen des Asyl- und des Ausländerrechts.

Keine Region stand als Verliererin da. Aber der Politologe Werner Seitz weist darauf hin, dass es in der Romandie sowie in Basel-Stadt stärkeren Widerstand gegen die Verschärfungen im Asyl- und Ausländerrecht gab als in der deutschen Schweiz. Bei der KOSA-Initiative hingegen wurden keine sprachregionalen Unterschiede sichtbar.

Seitz erklärt sich das massive Ja zu den Asyl- und Ausländervorlagen sowie das klare Nein zur Kosa-Initiative damit, dass Rot-Grün hier alleine focht. Anders als bei früheren Abstimmungen gelang es ihnen nicht, zusammen mit Teilen der Bürgerlichen mehrheitsfähige Allianzen zu schmieden.

Blocher aus der Schusslinie genommen

Die Bürgerlichen marschierten im Abstimmungskampf zu den Asyl- und Ausländerfragen zwar getrennt, aber sie schlugen sich vereint für die Gesetzesänderungen. Damit wurde der Wahlkampf nicht auf die Figur von Bundesrat Blocher konzentriert. Das war ein wichtiger strategischer Vorteil.

Im Abstimmungskampf wurde die Missbrauchs-Frage in den Vordergrund gestellt. Das war laut Seitz ein starkes Argument. Humanitäre Einwände, wie sie von vielen prominenten Gegnern der Vorlagen vorgebracht wurden, bewegten nicht stark.

SVP auf Linie

Dass die KOSA-Initiative trotz anfänglich guter Umfragewerte so klar verworfen wurde, liegt laut Seitz in erster Linie daran, dass die übrigen Bürgerlichen die SVP auf ihre Linie bringen konnten. So ging dem Volksbegehren ein guter Teil der Sympathien, die es ursprünglich bei SVP-Anhängern genoss, verloren.

Immerhin erhielt die Vorlage eine für Initiativen respektable Unterstützung von über 40 Prozent. Gegen die linke Kosa-Initiative sprachen sich nicht nur die geschlossene Front der Bürgerlichen, sondern auch die Kantone aus.

(fest/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die KOSA-Initiative hat mehr ... mehr lesen
In dem Abstimmungsresultat sehen die Autoren auch den demografischen Wandel.
Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss kündigte heute die Gründung einer Organisation an, die die Einhaltung des Rechts überprüfen soll.
Bern - Die Gegner von Asyl- und Ausländergesetz wollen nach der Niederlage vom Sonntag nicht untätig bleiben. Eine Organisation, die eigens dafür geschaffen wird, soll die Umsetzung der ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Bundesanteil am Golderlös der Nationalbank von 7 Milliarden geht in den AHV-Fonds.
Bern - Die AHV erhält keinen Zustupf aus den Nationalbankgewinnen. Volk und Stände haben die KOSA-Initiative deutlich verworfen und damit den heutigen Verteilschlüssel bekräftigt. mehr lesen
Bern - Nach dem Nein zur KOSA-Initiative sind die nächsten Debatten über die ... mehr lesen
CVP-Präsident Christophe Darbellay sprach von einem «weisen Entscheid».
SVP-Präsident Ueli Maurer.
Bern - Die deutliche Annahme des ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Abstimmung am 5. Juni  Bern - Neben den fünf eidgenössischen Abstimmungsfragen entscheiden am 5. Juni die Stimmberechtigten über zahlreiche kantonale Vorlagen. In den Kantonen St. Gallen und Thurgau wird über das Schicksal der Expo2027 befunden. mehr lesen 
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Etschmayer Durch ungeschickte Avancen von SBB- und Post-Chefs, droht die Service-Public-Initiative tatsächlich angenommen zu werden. Von ... mehr lesen  
Wahlen 2015  Bern/Lausanne - Die SVP hat ihr gutes Resultat bei den Wahlen 2015 einer soliden Wählerbasis und der verbreiteten Sorge um Migration zu verdanken, wie die Selects-Wahlstudie zeigt. Der FDP kam zugute, dass sie als führende Wirtschaftspartei wahrgenommen wird. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 14°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 15°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
St. Gallen 15°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern 14°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 16°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 16°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 19°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten