Demos in Dresden und Leipzig
Leipziger setzen mit Lichterkette gegen Legida Zeichen für Toleranz
publiziert: Montag, 11. Jan 2016 / 21:37 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Jan 2016 / 22:06 Uhr
Nach Schätzungen der Veranstalter beteiligten sich mehrere tausend Menschen an den Protestaktionen gegen Legida und Pegida. (Symbolbild)
Nach Schätzungen der Veranstalter beteiligten sich mehrere tausend Menschen an den Protestaktionen gegen Legida und Pegida. (Symbolbild)

Leipzig - Mit einer Lichterkette und Demonstrationen haben die Leipziger ein Zeichen für Toleranz und friedliches Zusammenleben gesetzt. Anlass war ein Aufmarsch der fremdenfeindlichen Legida-Bewegung. Gleichzeitig randalierten 250 vermummte Hooligans im Stadtteil Connewitz.

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Diese Hooligans hätten Pyrotechnik gezündet und Schaufensterscheiben mit Steinen eingeworfen, sagte eine Polizeisprecherin am Montagabend. Es handle sich um eine rechte Klientel aus dem Fussballbereich. Auf die Bahnstrecke Dresden-Leipzig wurde ein Brandanschlag verübt.

Auf Twitter teilte die Polizei am Abend mit, die Randalierer seien festgesetzt worden, die Lage sei unter Kontrolle. Der Stadtteil Connewitz gilt als Hochburg linker Autonomer in Leipzig.

Zeitgleich gab es in der Innenstadt einen Aufmarsch des fremdenfeindlichen Bündnisses Legida. Der Pegida-Ablegers war vor einem Jahr das erste Mal auf die Strasse gegangen.

Pegida ruft zu Legida-Unterstützung auf

Die Dresdner Pegida-Bewegung hatte zuvor ihre Anhänger zur Teilnahme an der Kundgebung in Leipzig aufgerufen. Auch die Pegida-Spitze um Lutz Bachmann hatte sich in der Messestadt angekündigt. Pegida ist die Abkürzung für: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.

Legida ist ein Ableger der Pegida-Bewegung, er gilt aber als deutlich radikaler. In den vergangenen Wochen hatte Legida nur noch wenige hundert Anhänger auf die Strasse gebracht.

Bürgermeister: Wo die bürgerliche Mitte steht

Nach Schätzungen der Veranstalter beteiligten sich mehrere tausend Menschen an den Protestaktionen gegen Legida und Pegida. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte im Vorfeld, die Bürger wollten damit zeigen, «wofür die bürgerliche Mitte steht, wofür wir stehen». Mit Blick auf die sexuellen Übergriffe zu Silvester in Köln warnte der SPD-Politiker Jung vor einer Instrumentalisierung.

Zu der Lichterkette am Montagabend hatte ein breites Bündnis aus Politik, Gewerkschaften, Wirtschaft, Kultur und Vereinen sowie die SPD, die Partei der Grünen und Die Linke aufgerufen.

Im Anschluss an das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche bildeten nach Angaben von Beobachtern hunderte Menschen mit Kerzen eine Kette entlang des Innenstadtrings.

 

(fest/sda)

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und auch die AfD sind singuläre Erscheinungen als Ausdruck von Sorgen über den unkontrollierten Zustrom von Flüchtlingen und die Untätigkeit der dafür zuständigen Organe. Sie in die rechte Ecke zu stellen ist zwar wohlfeil, löst aber weder die mit dem Zustrom verbundenen Probleme der Flüchtlinge noch der betroffenen Bevölkerung. Wenn die Unterkunftsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, dann ist eben Schluss, wie im ausgebuchten Hotel.
Der jetzige Zustrom war vorhersehbar. Hilfe ist aber nicht grenzenlos sondern nur im Rahmen vorhandener Ressourcen möglich. An dieser schlichten Erkenntnis kommt niemand vorbei. Der Einlass muss deshalb kontingentiert und die darüber hinausgehende Anzahl abgewiesen werden, und zwar unter Anwendung für einen Notstand erlassenen Gesetze. Wenn das geschieht, lösen sich Pegida und AfD in Luft auf. Es geht um harte Sachentscheidungen und nicht um das Verbreiten von Wohlfühlslogans. Das Hochhalten von "Refugees welcome"-Schildern dient allenfalls dem eigenen Ego, aber bestimmt nicht der Problemlösung.
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