Zahlreiche Tote und Verletzte bei Unruhen in Bolivien
publiziert: Montag, 13. Okt 2003 / 19:21 Uhr

La Paz - Der gewaltsame Tod von bis zu 26 Demonstranten hat die seit Wochen andauernde Krise in Bolivien verschärft. Die Proteste richtet sich gegen den Plan der Regierung, Erdgas über Chile in die USA zu exportieren.

El Alto in Bolivien.
El Alto in Bolivien.
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Nach Angaben einer örtlichen Menschenrechtsgruppe hatten Soldaten am Sonntag das Feuer auf die Demonstranten in El Alto eröffnet, nachdem diese die Militärs mit Steinen und Sprengsätzen beworfen hatten. Die Regierung sprach von 5 Toten und 30 Verletzten.

Laut Radio Erbol wurden 90 Menschen verletzt. Viele von ihnen konnten nicht ausreichend versorgt werden, da wegen der Proteste keine Medikamente mehr geliefert wurden. Radiosender riefen zu Blutspenden und Medikamenten-Hilfe auf. Bewohner richteten zu Hause provisorische Lazarette ein.

Die katholische Kirche und Menschenrechtsorganisationen prangerten in einem Schreiben an den Präsidenten ein regelrechtes Massaker in El Alto an. Die Armee habe auch grosskalibrige Munition eingesetzt, darunter Mörsergranaten, hiess es in dem Schreiben.

Die unter Druck geratene Regierung des konservativen Präsidenten Gonzalo Sánchez de Lozada hatte die Vorstadt oberhalb des Regierungssitzes La Paz am Samstag unter die Kontrolle des Militärs gestellt. Sánchez de Lozada hatte den Einsatz des Militärs angeordnet, um Strassenblockaden aufzuheben.

Mit den Protesten, bei denen in den vergangenen Wochen bereits mindestens 20 Menschen getötet worden waren, wollen die Gewerkschaften den Staatschef zum Rücktritt zwingen und den Bau einer rund fünf Milliarden Dollar teuren Gaspipeline durch das Nachbarland Chile zur Pazifikküste verhindern.

(bert/sda)

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