Diskussion um Mitte-Links-Bündnis
publiziert: Freitag, 13. Apr 2007 / 19:09 Uhr / aktualisiert: Freitag, 13. Apr 2007 / 19:47 Uhr

Bern - Gut eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist ein Mitte-Links-Bündnis gegen den konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy ins Gespräch gekommen.

Der frühere franz. Premier Michel Rocard hat die Idee einer «grosse Kaoalition» angeregt.
Der frühere franz. Premier Michel Rocard hat die Idee einer «grosse Kaoalition» angeregt.
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Für eine solche Allianz plädiert der frühere Premier Michel Rocard. Die Sozialistin Ségolène Royal und der Zentrumskandidat François Bayrou (UDF) sollten sich vor dem ersten Wahlgang am 22. April dafür engagieren, schrieb Rocard in der Zeitung «Le Monde».

«Als ewiger Sozialist und Europäer erkläre ich, dass in den heute dringlichen Fragen nichts Wesentliches mehr die Sozialdemokraten und die Sozialen Demokraten, also Sozialisten und Zentristen, in Frankreich trennt.»

Bayrou griff den Vorschlag umgehend auf. «Es bewegt sich», sagte er im Radio. Seine «lange gehegte Intuition» werde «von Michel Rocards Erklärungen bestätigt». Dagegen nannte der PS-Chef François Hollande «ein Bündnis der Linken mit der Rechten unvorstellbar». Hollande rechnet Bayrou den Rechten zu.

Sarkozy liegt in 101 der 102 Umfragen seit dem 15. Januar vor seinen Konkurrenten. Nach einer heute Freitag veröffentlichten Erhebung von Ipsos/Dell führt er im ersten Wahlgang mit 30 Prozent (+0,5) vor Royal mit unverändert 24 Prozent und Bayrou mit 18,5 Prozent (-0,5).

Vertraulicher Geheimdienstbericht

Ein vertraulicher Bericht des französischen Verfassungsschutzes kommt dagegen zum Schluss, dass Royal bereits in der ersten Runde ausscheiden wird. Laut dem Wochenmagazin «Nouvel Observateur» befragten die Renseignements Généraux (RG) 15 000 Personen in ganz Frankreich.

Das Ergebnis: Auch hier liegt Sarkozy vorn, hinter ihm Bayrou und der rechtsextreme Jean-Marie Le Pen. Damit würde Royal nicht in die Stichwahl kommen.

Bayrou und Le Pen liegen nach dem Report des Verfassungsschutzes dicht zusammen mit einem stärker werdenden Chef der Nationalen Front (FN). Das schlösse eine Stichwahl zwischen Sarkozy und Le Pen, der bereits 2002 in die Stichwahl gekommen war, nicht aus, schreibt der «Nouvel Observateur».

(fest/sda)

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