
Amman - Im Syrien-Konflikt ist es am Freitagabend zu einem Grenzgefecht zwischen der syrischen Armee und jordanischen Truppen gekommen. Nach Angaben aus jordanischen Sicherheitskreisen eröffneten syrische Soldaten auf eine Gruppe von etwa 500 Flüchtlingen das Feuer.
Es ist der bislang schwerste Vorfall an der Grenze seit Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor 17 Monaten. Er schürte erneut die Furcht vor einer Ausweitung des Konflikts auf die Nachbarländer.
Zuvor hatten bereits der Abschuss eines türkischen Militärjets durch die syrische Luftabwehr im Juni und der Beschuss libanesischer Dörfer durch Assad-Truppen die Furcht vor einer Ausbreitung des Konflikts in der ohnehin an Spannungen reichen Region geschürt.
Seit Beginn des Aufstandes haben nach Angaben der Vereinten Nationen 150'000 offiziell registrierte Flüchtlinge Schutz in der Türkei, Jordanien, im Libanon oder im Irak gesucht.
Clinton zu Gesprächen in der Türkei
US-Aussenministerin Hillary Clinton will am Samstag bei einem Besuch in der Türkei über den Konflikt beraten. Bei den Gesprächen mit türkischen Regierungsvertretern und syrischen Oppositionellen soll es nach Angaben aus US-Kreisen auch um Hilfen für Flüchtlinge aus Syrien gehen.
Die US-Regierung hatte am Freitag weitere Sanktionen gegen die syrische Ölindustrie sowie gegen die vom Iran unterstützte radikalislamische Hisbollah verhängt. Die Strafmassnahmen gelten als weitgehend symbolisch. Geschäfte mit dem staatlichen Unternehmen Sytrol sowie mit der von den USA als Terrorgruppe eingestuften Hisbollah sind US-Bürgern bereits aufgrund bestehender Sanktionen seit vielen Jahren verboten.
Geheimdienstkreise in Washington warnten unterdessen vor einem Erstarken der Al-Kaida in Syrien. Mindestens 200 Kämpfer seien bereits aktiv, und ihre Zahl steige. Die Gruppen weiteten sich von Stadt zu Stadt aus.
Rebellengruppe fordert Entschuldigung
Eine Gruppe syrischer Rebellen will mit der Geiselhaft von elf Libanesen offenbar eine Entschuldigung des Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah für seine mutmassliche Unterstützung des Regimes in Damaskus erzwingen. In seinen Reden sei dieser grausam gegenüber der syrischen Revolution und dem syrischen Volk gewesen, sagte der Rebellen-Sprecher Samir Hadsch Omar in der nördlichen Stadt Asas.
Ohne Entschuldigung Nasrallahs würden die im Mai verschleppten schiitischen Pilger nicht freikommen. Den Angaben Omars zufolge stehen vier der Gefangenen mit der Hisbollah in Verbindung. Einer soll mit Nasrallah verwandt sein. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
(bert/sda)
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