«McCain ist gleich Bush» - «Obama ist noch nicht bereit»
publiziert: Freitag, 22. Aug 2008 / 08:54 Uhr

Wenn Sie diesen Text zu lesen, hat Barack Obama wahrscheinlich bereits seinen Vize-Kandidaten benannt und John McCain wird seinen ungefähr in einer Woche festlegen.

Candy Crowley, CNN Politik-Expertin und US-Wahlkampf Spezialistin.
Candy Crowley, CNN Politik-Expertin und US-Wahlkampf Spezialistin.
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Der Wahlkampf geht in die Herbstsaison und damit in eine Zeit der Ungewissheit.

Gewiss sind die Programme der Kandidaten: die Wirtschaft, die Benzinpreise, die Auslandspolitik. Und ihre Argumente, die sich wie Slogans für Autosticker anhören:

«McCain ist gleich Bush» - «Obama ist noch nicht bereit»

Die Herbstsaison des Wahlkampfs wird sich um diese beiden Themen drehen. Und sie beginnt schon anders, als wir es erwartet hätten.

Dies ist ein Jahr, in dem fast jeder Politikexperte die Demokraten favorisiert, trotzdem ist die Präsidentschaftskandidatur ein Kopf–an-Kopf-Rennen. Barack Obamas Sommerführung ist fort. Die Frage ist nun, ob Obama etwas falsch gemacht hat, oder McCain etwas richtig.

«Washingtoner Jammerlappen»

Obamas Kritiker unter den Demokraten (von den Obama Fans als «Beltway boo hoo-ers», «Washingtoner Jammerlappen» abgestempelt) sind, wie jemand mir schilderte, etwas besorgt.

Sie glauben, er sei nicht hart genug gegenüber McCain, nicht detailliert genug gegenüber den Wählern, besonders nicht gegenüber der wirtschaftlich gestressten Mittelklasse, den «Hillary Wählern».

Kurzum, sie befürchten, dass er nur als grosser Redner gesehen wird, der nichts genau festlegt. Ein demokratischer Gouverneur hat auf der Titelseite der «New York Times» gefordert, dass Obama den Wählern der arbeitenden Mittelklasse in «zehn Worten» sagen soll, was er für sie tun wird.

Paris-Hilton-Video

Experten aus dem demokratischen Lager geben zu, dass McCain mit seinem berühmten Paris-Hilton-Video, das Obama als Promi im Blitzlichtgewitter ohne wirkliche Fähigkeiten zum Präsidenten darstellt, dem Obama Wahlkampf deutlich geschadet hat.

McCain hat kurz darauf geschickt die Gelegenheit genutzt, sich während des Konflikts in Georgien täglich als sicherheitspolitischen Experten zu positionieren. Obama weilte währenddessen im Urlaub und gab lediglich ein Statement aus Hawaii ab.

Nach einem holprigen Start (das gaben sogar McCains Mitstreiter zu), schlägt McCain in seinem Präsidentschaftswahlkampf nun einen härteren Ton an und geht aggressiver vor. Im Zuge seiner Wahlkampfstrategie wurden eine Reihe von offensiven Kampagnen geschaltet.

Kürzlich hiess es sogar, er habe bei einer Diskussion in Kalifornien um Vertrauen und Werte alle Erwartungen übertroffen. Obama wurde als zu glatt bezeichnet, während McCain für seine direkte Art gelobt wurde.

Nichts läuft so, wie wir es erwartet hätten

Trotz der Unbeliebtheit der republikanischen Partei und den historisch wenigen Stimmen für George W. Bush, sind McCains Umfragewerte nicht schlecht und nicht nur auf ein paar aggressive Werbespots und einen schlecht getimten Urlaub von Obama zurückzuführen. Die Wähler sehen in McCain nicht in erster Linie einen Republikaner, sondern einen Kämpfer, denken nicht zuerst an seine Partei sondern an seinen Pragmatismus.

Und es hat ihm geholfen. Bisher. Aber wenn es etwas gibt, das gewiss ist in der nun angebrochenen Zeit der Ungewissheit, dann ist es die Tatsache, dass in diesem Wahlkampf nichts so läuft, wie wir es erwartet hätten. Und genau das ist es, was diese Wahl so grossartig macht.

Jonathan Mann - Campaign Trail Column für den 22.8.08
Dieser Text stammt heute von Candy Crowley, CNN Politik-Expertin und US-Wahlkampf Spezialistin. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

(CNN-Kolumne von Candy Crowley)

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