Gewalt unter palästinensischen Gruppen
publiziert: Dienstag, 3. Okt 2006 / 07:47 Uhr

Gaza - Trotz aller Aufrufe zur Ruhe setzen die Palästinenser ihre Kämpfe gegeneinander fort. Laut Augenzeugen kamen dabei drei Menschen ums Leben, zwei von ihnen bei einer gewaltsamen Kundgebung in Gaza.

Gewalt flammte auf, als Fatah -Anhänger demonstrierten. (Archivbild)
Gewalt flammte auf, als Fatah -Anhänger demonstrierten. (Archivbild)
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Im Gazastreifen protestierten etwa 5000 Abbas-Anhänger gegen eine von der gegnerischen Hamas geführte Polizeieinheit und für den Rücktritt von Innenminister Said Sejam. Die Demonstration artete aus in einen Schusswechsel zwischen Bewaffneten und den Hamas-geführten Sicherheitskräften.

Augen- und Ohrenzeugen berichteten von lauten Explosionen durch Handgranaten. Ein Polizist und ein Demonstrant seien getötet, mindestens 18 weitere Menschen verletzt worden.

Schiesserei

Zuvor hatten sich Anhänger des moderaten Präsidenten von der Fatah und der radikalen Hamas-Regierung im grössten Spital von Gaza eine Schiesserei geliefert. Dabei waren mindestens drei Menschen verletzt worden.

Auch im Westjordanland flammte die Gewalt auf. Dort töteten Fatah- Anhänger Augenzeugen und Sanitätern zufolge einen Kellner, der sich weigerte, sein Restaurant im Zuge eines Streiks zu schliessen. Die Fatah hatte den Streik aus Protest gegen die Gewalt organisiert.

Morddrohungen

Die militanten Al-Aksa-Brigaden drohten unterdessen zum ersten Mal mit der Tötung von Hamas-Anführern. Der im Exil lebende Hamas-Chef Chaled Meschaal und der Innenminister Sejam seien verantwortlich für die Gewalt und müssten dafür büssen, hiess es am Dienstag in einer Erklärung der Al-Aksa-Brigaden.

Die Al-Aksa-Brigaden sind der militante Arm der Fatah von Abbas. Fatah und Hamas stecken seit dem Wahlsieg der Hamas im Januar in einem Machtkampf. Die Gespräche über eine Koalition der beiden Gruppen kommen derzeit nicht voran.

(fest/sda)

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