Hussein-Prozess fortgesetzt
publiziert: Sonntag, 29. Jan 2006 / 11:31 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 29. Jan 2006 / 14:58 Uhr

Bagdad - Kurz nach Fortsetzung des Prozesses gegen den ehemaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein in Bagdad hat dieser den Saal wieder verlassen.

Saddam Hussein muss sich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.
Saddam Hussein muss sich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.
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Offenbar aus Protest gegen das Verfahren. Der Prozess soll nun am Mittwoch fortgesetzt werden.

Saddam Hussein ging, nachdem seine Verteidiger aus dem Saal stürmten. Das Gericht benannte daraufhin neue Verteidiger für Hussein.

Zuvor hatten sich laut einem Augenzeugen chaotische Szenen ereignet: Die Richter verwiesen den Mitangeklagten früheren Geheimdienstchef Saddam Husseins, Barsan el Tikriti, des Saals.

«Ich möchte gehen»

Er war der Aufforderung des neuen Vorsitzenden Richters nicht nachgekommen, sich still zu verhalten, und hatte den Prozess als «Tochter einer Hure» bezeichnet. Danach sagte Saddam zum Richter: «Ich möchte gehen.» Der Richter antwortete: «Dann gehen Sie.»

Der frühere Präsident entgegnete: «Das ist eine Tragödie. Ich habe Sie 35 Jahre lang geführt. Wie können Sie mich aus dem Gerichtssaal führen?»

Später verliess auch Saddams ehemaliger Vize-Präsident, der ebenfalls angeklagte Taha Jassin Ramadan, das Gericht.

Umbesetzungen

Der Prozess war zuvor mit fünftägiger Verspätung fortgesetzt worden. Die Fortführung der Verhandlungen hatte sich in den vergangenen Wochen wegen mehrerer Umbesetzungen im Richtergremium hinausgezögert.

Vorsitzender Richter ist jetzt der Kurde Raschid Abdel Rahman. Sein Vorgänger Riskar Mohammed Amin hatte sein Amt Anfang Januar niedergelegt.

Saddam Hussein und sieben weitere Angeklagte müssen sich seit dem 19. Oktober wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Gegenstand des Verfahrens ist ein Massaker an rund 150 Bewohnern der Ortschaft Dudschail im Jahr 1982.

(rr/sda)

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