Ist US-Vorherrschaft im All gefährdet?
publiziert: Donnerstag, 25. Sep 2008 / 23:19 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Sep 2008 / 11:05 Uhr

Washington - Schon seit Monaten wird bei der US- Weltraumbehörde NASA das 50. Jubiläumsjahr begangen: Es gibt Workshops, Foren und Konferenzen. Alles gut gemeint - nur die echte Feierlaune vor den offiziellen Festivitäten am 1. Oktober fehlt.

2037 soll erstmals ein Amerikaner auf dem Mars landen.
2037 soll erstmals ein Amerikaner auf dem Mars landen.
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Denn die grossen Triumphe wie die Landung auf dem Mond liegen fast 40 Jahre zurück. Das NASA-Budget ist seit Jahren schwer zusammengestrichen und die Konkurrenz wird immer grösser: Selbst China und Indien drängen mit Macht ins All. Russen und Europäer haben immer ehrgeizigere Pläne.

NASA-Chef Michael Griffin höchstpersönlich schlug jüngst Alarm: Die USA seien gegenwärtig daran, den langjährig erarbeiteten Vorsprung zu verlieren. «Wir leben von den Früchten, die wir in den ersten 40 Jahren erreicht haben», warnte Griffin.

Sputnik-Schock als Auslöser

So richtig begonnen hat das Unternehmen Raumfahrt mit dem «Sputnik-Schock»: Als die Sowjetunion im Oktober 1957 erstmals einen Satelliten ins Weltall transportieren, stürzte für die Amerikaner eine Welt zusammen. Mit einem Schlag wurde klar, dass die ansonsten in Wissenschaft und Technik eher belächelten Russen zu Überraschungen in der Lage sind.

Präsident Dwight D. Eisenhower handelte prompt: Er unterzeichnete die NASA-Gründungsakte - zwei Monate später, am 1. Oktober, nahm die Behörde ihre Arbeit auf.

8000 Mitarbeiter zählte das neue Unternehmen zu Beginn, heute sind es rund 18'000. Doch zunächst blieben die Sowjets im «space race», in dem vom Kalten Krieg geprägten Weltraum-Rennen, in Führung. Am 12. April 1961 schickten die Russen mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins Weltall.

Es dauerte bis zum 20. Februar 1962, bis das mit Astronaut John Glenn auch der NASA gelang. Doch das war der letzte grosse Erfolg, den die «Konkurrenz» für sich verbuchen konnte.

Von nun an lief die «NASA-Maschine» auf Hochtouren. Sie bescherte der USA den grössten nationalen Triumph seit dem Ende des II. Weltkrieges: Die Landung auf dem Mond am 20. Juli 1969.

Die Bilder der Astronauten in ihren unförmigen glänzenden Schutzanzügen in der grauen Mondlandschaft, die Fussabdrücke im Mondstaub, der Sternenbanner auf dem Erdtrabanten: Das alles sind süsse Erinnerungen, tief eingegraben ins Bewusstsein der Nation.

Zweifel am Sinn

Doch mit diesem Triumph war der Zenit im «Wettrennen im All» überschritten: Vietnamkrieg und «Grenzen des Wachstums», Geldmangel und immer stärker werdende Zweifel am Sinn und Nutzen der bemannten Raumfahrt lähmten den Drang.

Hinzu kamen tödliche Unglücke wie die Explosion der Raumfähre Challenger im Januar 1986 und die Columbia-Katastrophe, als im Februar 2003 der Shuttle beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte.

Auch die von vielen Experten hochgelobte Internationale Weltraumstation ISS konnte an den Problemen nichts ändern. Seit 1998 sind Russen, Amerikaner, Japaner und Deutsche dabei, die Station rund 400 Kilometer über der Erde aufzubauen.

Um wieder für die rechte Weltraumbegeisterung zu sorgen, gab Präsident George W. Bush neue Ziele vor: 2037 soll erstmals ein Amerikaner auf dem Mars landen. Doch trotz grosser Ziele und klarer Vorgaben - noch fehlt der rechte Funke, so richtig hat die Vision noch nicht eingeschlagen.

(Von Peer Meinert, dpa/sda)

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